Bilder und Downloads zum Grünen Hahn

Bewerbungsmappe Schöpfungspreis (2020)

Umweltleitlinien (2020)

Umweltbericht 2020 (2021-01-14)

Umweltbericht 2019 (2019-08-31)

Umweltbericht 2018 (2018-07-25)

Umweltbericht 2016 (2016-09-15)

Umweltbericht 2012 (Internetfassung 2012-08-27)

Umweltleitlinien (2010-07-09)

Gemeinsam ganz aktiv in Sachen Umweltschutz

Friedrich-Wilhelm Kruse, Monika Dittmer, Pfarrerin Elke Schwerdtfeger, Kerstin Zuber, Barbara Thieme und Pfarrer Martin Schwerdtfeger kümmern sich in der Paulusgemeinde ganz aktiv um die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Foto: Kristina Hußmann

Eine Flasche aus Edelstahl, nachfüllbar und praktisch für unterwegs, gibt es jetzt in der Paulus-Gemeinde in Hagen zu kaufen. „Ein konkreter Schritt zur Müllvermeidung“, erklärt Pfarrerin Elke Schwerdtfeger. Mit ihrem Angebot folgt die Gemeinde übrigens keinem aktuellen gesellschaftlichen Trend. Sie setzt vielmehr fort, was sie schon seit fast zwei Jahrzehnten ganz aktiv betreibt: Umwelt- und Naturschutz ganz konkret.

Mit einer Solaranlage auf dem Dach des Gemeindehauses im Jahr 2001 fing alles an. Im Jahr 2012 wurde die Gemeinde erstmals im Rahmen des landeskirchlichen Programms „Grüner Hahn“ zertifiziert. In der gleichnamigen Gruppe befassen sich heute viele Menschen mit dem gemeindlichen Umweltmanagement, kontrollieren den Energieverbrauch, entwickeln Systeme zur Müllvermeidung, steuern die Umstellung auf LED anstelle von herkömmlichen Glühlampen, pflegen einen wilden Garten hinter der Kirche, der mit seiner unzählbaren Vielfalt von Pflanzen und einem Totholzhaufen den idealen Lebensraum für Insekten und Vögel bietet – „ein paradiesischer Zustand für viele Tiere“, so Barbara Thieme, die den Garten ehrenamtlich hegt und pflegt. Falken- und Nistkästen auch für Fledermäuse sind schon lange installiert.

„Die Gemeinde tut hier sehr viel für den Natur- und Artenschutz und nimmt damit in Hagen eine Vorreiterfunktion ein“, bewerte vor einiger Zeit Frank Munzlinger vom NABU (Naturschutzbund) in Hagen. Und: Das Thema findet auch in der theologischen Arbeit statt; in Gottesdiensten, Arbeitsgruppen oder Projektabenden. „Wir versuchen, die Schöpfung ganzheitlich in den Blick zu nehmen“, so Pfarrer Martin Schwerdtfeger.

„Uns ist vor allem wichtig, das Thema in der Breite anzugehen, dabei unseren Blick zu weiten auch ein Bewusstsein zu schaffen bei den Menschen unserer Gemeinde und auch unseres Stadtteils“, ergänzt seine Frau Elke. Zum Konzept gehört der wilde Garten ebenso wie der Eine-Welt-Laden mit fair gehandelter Ware, die Verköstigung mit regionalen und Bio-Produkten oder auch die regelmäßige Kontrollen von Strom- und Wasserzählern. „Wir machen viele kleine Schritte“, sagt Pfarrer Martin Schwerdtfeger: „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Fenster erneuert, unsere Heiztechnik verändert und bieten mit Kindersachenbörse und Trödelmarkt Gelegenheit, Gebrauchtes an andere Menschen weiterzugeben und somit Müll zu vermeiden.“

Hinter dieser ganzheitlichen Herangehensweise steckt viel Idealismus, aber vor allem auch System. Um die Auszeichnung „Grüner Hahn“ behalten zu können, steht alle vier Jahre die Rezertifizierung an. Die Landeskirche stellt zur Dokumentation und Nachvollziehbarkeit eine Software zur Verfügung. „Das hilft uns, im Detail genauer hinzugucken“, so Elke Schwerdtfeger.

Dass die Paulusgemeinde in der Breite in Sachen Umweltschutz und Ressourcenmanagement am Ball bleiben kann, liegt vor allem auch daran: „Hier packen viele mit an und fühlen sich für ihre kleinen Teilbereiche verantwortlich.“ Die Gemeinschaft sei die Voraussetzung dafür, dass so etwas gelingen kann. „Und deshalb möchten wir auch andere Gemeinden ermutigen, sich dieser Sache intensiver anzunehmen“, sagt die Pfarrerin. „Wir können dabei gerne beratend unterstützen.“

 Hintergrund

Ziel des Projekts "Der Grüne Hahn" in der Westfälischen Kirche ist es, das Umweltengagement von Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen systematisch weiter zu entwickeln und in Zeiten kirchlichen Umbruchs mit anderen Entwicklungszielen zu verknüpfen, z. B. mit einer drastischen Betriebskostensenkung oder einer Organisationsentwicklung. In 2019 wird der Grüne Hahn in Westfalen 15 Jahre alt und sein Anliegen, kirchliche Beiträge zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten, ist aktueller denn je. Aus diesem Grund gab es dazu eine Veranstaltung: "Update zum Kirchlichen Umweltmanagement". Bereits 2017 ist die EMAS-Verordnung novelliert worden und mittlerweile müssen auch Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen die neuen Anforderungen berücksichtigen. Hier spielen Begriffe wie "Kontextanalyse", "Identifikation der Anspruchsgruppen" und "Chancen- und Risikobewertung" eine Rolle. 

Verfasserin: Kristina Hussmann

Tue Gutes und rede darüber: Die Paulusgemeinde veröffentlicht ihre Umweltleitlinien

zurück zur Übersicht

Bereits 2010 hat die Paulusgemeinde ihre Umweltleitlinien festgelegt. Es genügt aber nicht, solche Leitlinien zu haben, wichtig ist uns, diese Leitlinien auch sichtbar zu machen.

Wir möchten dazu anregen, sich mit diesen Grundsätzen auseinanderzusetzen, darüber zu sprechen und vor allem auch darauf zu achten, ob wir uns den Leitlinien entsprechend verhalten.

Deshalb veröffentlichen wir nun unsere Umweltleitlinien, auch wenn sie schon etwas in die Jahre gekommen sind.

Der "Grüne Hahn"

Die Gruppe "Grüner Hahn" befasst sich mit dem Thema Umweltmanagement. Was können wir tun, um unsere Gemeinde umweltfreundlicher zu machen? Wie können wir Energie sparen? Wie können wir in der Gemeinde und im Stadtteil etwas für das Umweltbewusstsein tun. Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns seit Anfang 2010.

Begonnen haben wir aber schon im Jahr 2003. Damals hieß unser "Grüner Hahn" noch "Paulus und die Sonne". Auf dem Dach des Gemeindehauses wurde eine Solaranlage installiert, die inzwischen abbezahlt ist und nun Gewinne abwirft. Ein Insektenhotel wurde gebaut, aber leider von den Gästen nicht angenommen. Auch Energie-Sparen als alternative Energiequelle stand damals schon auf der "To-Do-Liste".

Wir mussten also 2010 nicht bei Null anfangen sondern konnten auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Im Jahr 2012 wurden wir erstmals im Rahmen des landeskirchlichen Programms "Grüner Hahn" zertifiziert, 2016 konnten wir das Zertifikat erneuern lassen und haben auch diese Prüfung bestanden.

 

Falke kreist pünktlich zum Fototermin

Die Urkunde des Nabu ist eine besondere Auszeichnung für die Arbeit des "Grünen Hahns".

Passend zum Fototermin in dem üppig bewachsenen Garten lässt sich der Turmfalke blicken. Als Frank Munzlinger vom NABU (Naturschutzbund) die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ an Pfarrerin Elke Schwerdtfeger überreicht, dreht der kleine Greifvogel ein paar Runden um die Ev. Pauluskirche in Hagen Wehringhausen.

„Diese kleine, grüne Oase mitten in der Stadt ist schon etwas besonderes“, sagt Munzlinger den Blick an den blauen Himmel gerichtet. „Die Gemeinde tut hier sehr viel für den Natur- und Artenschutz und nimmt damit in Hagen eine Vorreiterfunktion ein“, so der Experte vom Stadtverband Hagen. Denn rund um die Pauluskirche fühlt sich nicht nur das Turmfalkenpärchen mit seinen Jungen wohl. Mit Spatzenhotel und Fledermauskästen finden hier zwei weitere Arten ein Zuhause. Und wer sich im Garten des Gemeindekomplexes umschaut, den wird nicht wundern, dass sich hier viele Singvögel, Schmetterlinge und andere Insekten wohl fühlen. Die Nisthilfen für die Fledermäuse, die an vielen Stellen der Kirchengebäude hängen, sind erst kürzlich installiert worden und haben den Ausschlag für die Prämierung durch den NABU gegeben.

„Über einen langen Zeitraum haben die Kirchengemeinden ihre Dachböden und Glockentürme zur Taubenabwehr verriegelt“, erklärt Franco Cassese von der Biologischen Station Hagen, die das Artenschutzprojekt zusammen mit Pfarrerin Elke Schwerdtfeger und dem Planungsbüro Ökoplan konzipiert und durchgeführt hat. „Damit wurden andere Arten wie Eulen, Käuze, Fledermäuse und Turmfalken aber ebenfalls ausgesperrt.“

Mit dem Kasten für die Turmfalken, den drei Brutmöglichkeiten für die Spatzen und den Nistplätzen für die Fledermäuse habe man Gemeindehaus, Dachboden und Glockenturm als Lebensraum für diese Tiere wieder geöffnet. „Mit insgesamt 30 Fledermausnisthilfen und den Möglichkeiten für die anderen Arten hat die Pauluskirchengemeinde ein Pilotprojekt in der Stadt umgesetzt“, so Cassese. Jetzt wolle der Verein auch auf andere Gemeinden zugehen, um die Möglichkeiten zu erläutern und damit den Artenschutz weiter voranzutreiben.

„Wir versuchen Schritt für Schritt unser Handeln hier vor Ort umweltfreundlicher zu gestalten“, erklärt Pfarrerin Elke Schwerdtfeger das Engagement der Gemeinde. Angefangen habe alles mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. „Und wir wollen unsere Position als Gemeinde in der Stadt weiter nutzen, um zu zeigen, was man auch hier für die Artenvielfalt tun kann.“ So kann sich die Pfarrerin auch vorstellen, irgendwann auch ein Bienenhaus im Garten der Gemeinde aufzustellen.

Bericht und Fotos: Kristina Hussmann

Ein Gewinn für die Schöpfung

Erstellt am 20.09.2020
zurück zur Übersicht

Schöpfungspreis für die Paulusgemeinde

Am 19.9.2020 wurde in Dortmund erstmals der Westfälische Schöpfungspreis verliehen. Eine Bewerberin: Die Paulusgemeinde Hagen.

 

Erhofft aber kaum erwartet wurde das langjährige Engagement der Paulusgemeinde in Sachen Schöpfung mit dem ersten Preis belohnt.

In der Urkunde wird das so begründet:

"Beeindruckt hat uns das über zwanzigjährige Engagement der Gemeinde in so gut wie allen Bereichen des Umweltschutzes. Das Thema "Artenvielfalt" wird seit 15 Jahren mit vielfältigen Aktionen und Projekten umgesetzt, u.a. bei „Lebensraum Kirchturm", dem Insektenschutz und dem Anlegen von Blühwiesen. Die Schöpfungsbewahrung ist ein Kernthema der Gemeindearbeit. Beeindruckend ist auch die Einbindung in den Stadtteil, der z.T. durch Migration und soziale Problemlagen geprägt ist."

Mit viel Stolz und mit der Hoffnung, dass das Engagement für die Schöpfung auch ein Gewinn für die Schöpfung ist, nimmt die Umweltgruppe der Paulusgemeinde den Preis als besonderes Zeichen der Wertschätzung und mit dem Wissen entgegen, dass es noch viel zu tun gibt.

"Unsere Arbeit soll ein Zeichen sein und ermutigen, selbst auch etwas für die Bewahrung der Schöpfung zu tun", hört man immer wieder von den vielen Mitarbeiter*innen der Gruppe.

Herzlichen Glückwunsch!

[mw]


Viel Leben rund um die Pauluskirche

Ein Falkenpärchen hat sich unterhalb der Kirchturmuhr bereits länger häuslich eingerichtet. Fotos: Kristina Hußmann

Erst kürzlich wurden zahlreiche Nistkästen für Fledermäuse an und in den Gebäuden installiert.

Dank und Anerkennung

Frank Munzlinger vom NABU (1. von links) und Franco Cassese von der Biologischen Station in Hagen (2. von rechts) haben die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ an Pfarrerin Elke Schwerdtfeger (Mitte) überreicht. Rund um die Pauluskirche kümmern sich unter anderem auch die Ehrenamtlichen Barbara Thieme (rechts) und Stefan Häcker (2. von links) um den Arten- und Naturschutz.