3. Passionsandacht - 03. März 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Prädikant Matthias Mladek - Lektorin: Britta Hermes

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.  

Mit dem Wochenspruch aus dem Römerbrief Kapitel 5 grüße ich sie herzlich zur Passionsandacht hier in der Pauluskirche.

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 38

Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn

und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

     Denn deine Pfeile stecken in mir,

     und deine Hand drückt mich.

Herr, du kennst all mein Begehren,

und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

     Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen,

     und das Licht meiner Augen ist auch dahin.

Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage,

und meine Nächsten halten sich ferne.

     Ich bin wie taub und höre nicht,

     und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

Ich muss sein wie einer, der nicht hört

und keine Widerrede in seinem Munde hat.

     Aber ich harre, Herr, auf dich;

     du, Herr, mein Gott, wirst erhören.

Denn ich bin dem Fallen nahe,

und mein Schmerz ist immer vor mir.

     So bekenne ich denn meine Missetat

     und sorge mich wegen meiner Sünde.

Verlaß mich nicht, Herr,

mein Gott, sei nicht ferne von mir!

     Eile, mir beizustehen,

     Herr, du meine Hilfe!

Amen

Lesung aus der Passionsgeschichte nach Lukas 22, 24-38

24 Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen,

wer von ihnen als der Größte gelten sollte.

25 Er aber sprach zu ihnen:

Die Könige herrschen über ihre Völker,

und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.

26 Ihr aber nicht so!

Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste

und der Vornehmste wie ein Diener.

27 Denn wer ist größer:

der zu Tisch sitzt oder der dient?

Ist's nicht der, der zu Tisch sitzt?

Ich aber bin unter euch wie ein Diener.

28 Ihr aber seid's,

die ihr ausgeharrt habt bei mir

in meinen Anfechtungen.

29 Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat,

so bestimme ich für euch,

30 dass ihr essen und trinken sollt

an meinem Tisch in meinem Reich

und sitzen auf Thronen

und richten die zwölf Stämme Israels.

31 Simon, Simon,

siehe, der Satan hat begehrt,

euch zu sieben wie den Weizen.

32 Ich aber habe für dich gebeten,

dass dein Glaube nicht aufhöre.

Und wenn du dann umkehrst,

so stärke deine Brüder.

33 Er aber sprach zu ihm:

Herr, ich bin bereit,

mit dir ins Gefängnis

und in den Tod zu gehen.

34 Er aber sprach:

Petrus, ich sage dir:

Der Hahn wird heute nicht krähen,

ehe du dreimal geleugnet hast,

dass du mich kennst.

35 Und er sprach zu ihnen:

Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel,

ohne Tasche und ohne Schuhe,

habt ihr je Mangel gehabt?

Sie sprachen:

Nein, keinen.

36 Da sprach er zu ihnen:

Aber nun,

wer einen Geldbeutel hat,

der nehme ihn,

desgleichen auch eine Tasche,

und wer's nicht hat,

verkaufe seinen Mantel

und kaufe ein Schwert.

37 Denn ich sage euch:

Es muss das an mir vollendet werden,

was geschrieben steht (Jesaja 53,12):

»Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.«

Denn was von mir geschrieben ist,

das hat ein Ende.

38 Sie sprachen aber:

Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter.

Er aber sprach zu ihnen:

Es ist genug.

 

Amen

Predigt

Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde,

Er aber sprach:

Petrus, ich sage dir:

Der Hahn wird heute nicht krähen,

ehe du dreimal geleugnet hast,

dass du mich kennst.

 

Petrus ist entsetzt, wie kann Jesus so etwas sagen?

Ist Petrus ihm nicht immer treu gewesen,

ein guter, ein gläubiger Anhänger?

 

Petrus kann sich einfach nicht vorstellen,

dass ihm das passieren könnte,

sich abwenden,

den Glauben gar verleugnen.

 

Doch dann siegt die Angst.

Die Furcht um das eigene Leben.

 

„Ich kenne ihn nicht“

so wird er sagen

und das nicht nur einmal....

 

Beim dritten Mal schreit er es geradezu heraus:

„Ich kenne ihn nicht“...

 

Bis heute mahnt uns der Hahn

auf dem Kirchturm unzähliger Kirchen,

auch hier in Paulus:

Denkt an Petrus....

Bewahrt Euren Glauben,

Bleibt standhaft in eurem Bekenntnis....

 

Meist gelingt uns das gut...

 

Ähnlich wie Petrus können wir uns

ein Leben ohne Jesus,

ohne Gott nicht vorstellen.

 

Und doch stoßen wir

auch immer wieder an unsere Grenzen.

 

Müssen erkennen,

dass wir eben doch schweigen,

wenn wir Ungerechtigkeiten sehen...

 

Merken wir,

dass wir uns anstecken lassen,

von unüberlegten Äußerungen über

Immigranten und Flüchtlinge...

Uns anstecken lassen von Angst

und Sorge...

 

„Ich kenne ihn nicht“....

 

Auch wenn wir das nicht laut aussprechen,

unsere Schweigen kann es sein,

das genau diese Worte formt....

 

Manchmal müssen wir erkennen,

dass wir mitten drin sind,

bei Lästereien.

 

über Menschen sprechen,

statt mit ihnen zu reden...

 

Ausgrenzen,

wo wir offen und einladend sein sollten...

 

„Ich kenne ihn nicht“

 

Manchmal lähmt uns die Angst,

wir sind gefangen im Alltag,

in Strukturen,

die uns nicht gut tun....

in Streit....

 

Wir finden nicht den Mut

zur Veränderung,

wir glauben nicht

an Gottes Auswege für uns

und die eingefahrenen Situationen.

 

„Ich kenne ihn nicht“

 

 

Manchmal fühlen wir uns verlassen,

sind gefangen in Trauer,

bleiben lieber allein,

als uns neu zu öffnen....

 

Wir haben nicht den Mut,

auf andere Menschen zuzugehen,

stattdessen igeln wir uns ein,

dann kann uns wenigstens niemand verletzen,

denken wir....

 

Wohlwissend,

wie schmerzhaft die Einsamkeit selbst,

oft ist...

 

„Ich kenne ihn nicht“

 

Geborgen bei Gott

können wir uns auf den Weg machen,

können wir Vertrauen schenken....

 

Geborgen bei Gott

sind wir nicht sicher

vor Enttäuschung

vor Verletzung,

 

aber wir dürfen sicher sein,

er ist bei uns,

hilft uns zu ertragen,

hilft uns wieder aufzustehen...

 

Denn:

wir können niemals tiefer fallen,

als nur in Gottes Hand...

 

Und dann

ja, dann,

können wir

ohne Angst

und ohne Scheu

bekennen:

 

Klar, ich kenne ihn!

 

Amen

 

Fürbitten

Guter Gott,

Bei dir sind wir geborgen,

bei dir und durch dich

können wir im Glauben leben,

dafür danken wir dir.

Wir bedenken vor dir unsere Mitmenschen,

in Trauer, in Krankheit, in Streit und Unfrieden. 

Wir bedenken vor dir unsere Mitmenschen,

auf der Flucht, in wirtschaftlicher Not

Wir bedenken vor dir unsere Mitmenschen,

Opfer von Gewalt, ausgegrenzt, ungeliebt... 

Wir bedenken vor dir unsere Mitmenschen,

in Indonesien, in unserer Partnerkirche,

überall auf der Welt...

Wir bedenken vor Dir,

unsere Mitmenschen in den Krankenhäusern

und Intensivstationen überall auf der Welt... 

Wir bedenken vor Dir Pflegekräfte und Mediziner*innen

ausgepowert und kraftlos, überall auf der Welt...

Wir bitten um deine Hilfe

und deinen Segen.

Vater Unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir

und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich

und gebe dir Frieden. Amen.