Weihnachten - 25.+26. Dezember 2020

Gottesdienst aus der Stephanuskirche mit Pfarrer Martin Schwerdtfeger - Lektor: Friedrich-Wilhelm Kruse

Gottes Wort wurde ein Mensch. Er lebte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. BasisBibel, Johannes 1,14a

So fasst der Evangelist Johannes seine Botschaft zusammen. Es ist zugleich die Überschrift über das Weihnachtsgeschehen. Gott, der uns manchmal so fern scheint, kommt uns nah in dem Menschen, dessen Geburt wir heute feiern. In einer schwierigen Zeit ist das tröstlich. Trotzdem!

Ich wünsche Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten!

Lied: Hört, der Engel helle Lieder (EG 54)

Gebet

Im Lichte Jesu Christi, des Sohnes Gottes, sehen wir am Gedenktag des Stephanus, des ersten Märtyrers, die Verlorenheit unserer Welt. Seit er gekommen ist als Gottes menschgewordene Güte ermessen wir, wie hart und unbarmherzig unser Leben ist. Bitten wir darum Gott, dass er uns vergebe und neue Menschen aus uns mache, bitten wir miteinander um seine Gnade:

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 96

Singet dem Herrn ein neues Lied;

singet dem Herrn, alle Welt!

Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,

verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,

unter allen Völkern von seinen Wundern!

Ihr Völker, bringet dar dem Herrn,

bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!

Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens,

bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!

Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;

es fürchte ihn alle Welt!

Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.

Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.

Er richtet die Völker recht.

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,

das Meer brause und was darinnen ist;

das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;

jauchzen sollen alle Bäume im Walde

vor dem Herrn; denn er kommt,

denn er kommt, zu richten das Erdreich.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker mit seiner Wahrheit. Amen.

Lesung Matthäus 1, 18-25

Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, der fromm und gerecht war und sie nicht in Schande bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu verlassen.

Als er noch so dachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist.

Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

Das ist aber alles geschehen, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jes 7,14): »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.

Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.

Lied: Kommt und lasst uns Christus ehren (EG 39)

Predigt

Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Hebräer 1,1-4

Viele Male und auf vielfältige Weise hat Gott einst durch die Propheten zu den Vorfahren gesprochen. Aber jetzt, am Ende dieser Tage, hat er durch den Sohn zu uns gesprochen.

Ihn hat er zum Erben von allem eingesetzt. Durch ihn hat er auch die Welt geschaffen.

Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens. Durch sein machtvolles Wort trägt er die ganze Welt.

Er hat die Reinigung von den Sünden bewirkt. Dann hat er sich an die rechte Seite der Majestät Gottes in den Himmelshöhen gesetzt.

Gott hat ihn hoch über die Engel gestellt – so hoch wie der Name, den er ihm verliehen hat, über ihren Namen steht. BasisBibel

Liebe Gemeinde!

Tröstlich. Trotzdem! Weihnachten feiern 2020

Diese Worte haben wir auf Plakate, Postkarten und Banner geschrieben, um daran zu erinnern, weshalb Weihnachten für uns Christen so wichtig ist.

Im ganzen Kirchenkreis hängen Banner an Kirchen und auch an Brücken. Alle sollen es sehen können und erinnert werden. Weihnachten erzählt von dem Trost für uns Menschen: „Fürchtet euch nicht! Freut euch! Gott kommt zu euch. Er wird diese Welt und euer Leben heilen und Frieden bringen.“

Trotzdem! – Trotz aller Krisen und Herausforderungen, mit denen wir leben. Trotz einer Pandemie mit vielen Toten in aller Welt, mit großer Belastung für die Mitarbeitenden in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Trotz vieler wirtschaftlicher Probleme und einer unsicheren Zukunft für viele junge Menschen. Und trotz aller internationalen Krisen, die Demokratie und Menschenrechte gefährden.

Für uns Christen ist Weihnachten mehr als eine Auszeit vom Alltag, mehr als eine Gelegenheit, Kontakte in der Familie zu pflegen – und sei es am Telefon.

Wir sind nicht allein. Christus wird geboren.

 

Alles beginnt mit einem Kind. Leise – ohne Lärm und Getöse. Dieses Kind rührt Menschen an – Große und Kleine. Die Bibel erzählt, wie einfache Leute und kluge Wissenschaftler dafür ihre Arbeit unterbrechen und sich auf den Weg machen. – Wie wir heute.

Sie möchten sehen, was in Bethlehem geschehen ist. Es lässt sie nicht los, was sie darüber gehört haben. Ob es auch für ihr Leben gilt? Fürchtet euch nicht! Ihr sollt heil werden und in Frieden leben.

Es beginnt mit einem Kind. Deshalb erinnern wir uns auch an unsere Kindheit mit den persönlichen Weihnachtserinnerungen. Vorbereitungen. Warten. Die Wohnung schmücken. Ein Kranz. Ein Baum. Kerzen und Christbaumkugeln. Eine Krippe. Familie. In der Kirche ein Krippenspiel. Gemeinsames Essen und Singen. Und Geschenke, klar. Mit Überraschungen und Enttäuschungen.

Mit den eigenen Kindern haben wir Traditionen übernommen oder neue entwickelt. Hoffentlich werden sie auch gute Erinnerungen an dieses Fest haben.

 

Weihnachten, Jesu Geburt, will uns aber auch heute etwas sagen, den Jugendlichen und Erwachsenen. Darum geht es dem Hebräerbrief in unserem Predigttext.

Das Kind in der Krippe wird aufwachsen und ganz neu von Gott sprechen. So wie die Propheten Gottes Wort gesagt haben, so werden wir es von Jesus hören. Als Herausforderung, manchmal verstörend und oft als Ermutigung. Und Jesus wird, was er sagt, mit Leben füllen. Es wird spürbar werden, wird befreien und heilen. So wie Gottes Wort am Anfang wirkte, als er Himmel und Erde schuf. Als er sprach und es geschah. Und es war gut so.

In der Begegnung mit Jesus werden Menschen Gottes Gegenwart erleben. In ihm wird etwas aufstrahlen von Gottes Herrlichkeit und sein Glanz wird auf ihr Leben fallen. Er wird unsere Schwächen, unsere Fehler und Versäumnisse wegnehmen, wird uns spüren lassen, dass wir geachtet und geliebt sind. Und schließlich wird Gott ihm den Platz an seiner Seite geben, damit er unsere Leben zurechtrückt und Erlösung bringt.

Diese Bedeutung Jesu, des Christus, bewegt seit 2000 Jahren Frauen und Männer, Alte und Junge. Und ab und an können wir darüber staunen wie damals in Bethlehem die einfachen Hirten und die klugen Wissenschaftler, die dann zu Heiligen Königen wurden. Und die vor einem Kind auf die Knie gingen, weil sie spürten: Gott ist hier. Und er hat mit meinem Leben zu tun.

Unser Staunen kann Folgen haben, wenn wir entdecken, wir brauchen uns nicht zu fürchten. Wir brauchen nicht bitter zu werden, zu resignieren, gleichgültig zu werden. Wir können lernen zu leben –und das heißt im Sinne Jesu: Wir können lernen zu lieben.

Gott hält die ganze Welt in seinen Händen. Deshalb können wir achtsam mit ihr umgehen, mit dem eigenen Leben, dem Leben anderer und dem Leben der ganzen Schöpfung.

Schauen wir auf Christus, wie er lebte als Sohn Gottes – und wie wir leben könnten als Töchter und Söhne, als Kinder Gottes.

So können wir Weihnachten feiern. – Tröstlich. Trotzdem! Amen.

Lied: Ich steh an deiner Krippen hier

Fürbitten

Ewiger Gott, du hast Himmel und Erde erschaffen und erhältst sie. Staunend stehen wir vor der Krippe und können nicht fassen, dass du dich in die Welt begibst, in ihr lebst, liebst und leidest wie wir.

Wir danken dir für das, was wir nicht fassen können, und beten dich an.

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Erschrocken denken wir auch an die, die Ängste, Sorgen und Schmerzen haben, während wir dich preisen; und wir bitten dich von Herzen:

Schenke deinen Frieden allen Völkern, die Krieg führen:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Heile die Menschen, die große Schmerzen haben:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Verbinde die Herzen der Menschen, die sich zerstritten haben:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Tröste die Kranken und Sterbenden mit deiner Nähe:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Stärke alle Menschen, die anderen in deinem Namen dienen:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Halte unsere Verstorbenen fest in deinen Armen:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Leite uns jeden Tag auf Wegen des Friedens:

Sei da, sei uns nahe, Gott.

Ewiger Gott, dein Sohn ist in unserer Welt mit einer Liebe, die unser Verstehen übersteigt. Rühre uns an, sei du, Gott, unser Ein und Alles,

bis du selber uns heimrufst in dein ewiges Reich.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden. Amen.

Lied: O du fröhliche (EG44)

Hört, der Engel helle Lieder (EG 54)

1. Hört, der Engel helle Lieder klingen das weite Feld entlang, und die Berge hallen wider von des Himmels Lobgesang: Gloria in excelsis Deo. Gloria in excelsis Deo.

2. Hirten, warum wird gesungen? Sagt mir doch eures Jubels Grund! Welch ein Sieg ward denn errungen, den uns die Chöre machen kund? Gloria in excelsis Deo. Gloria in excelsis Deo.

3. Sie verkünden uns mit Schalle, dass der Erlöser nun erschien, dankbar singen sie heut alle an diesem Fest und grüßen ihn. Gloria in excelsis Deo. Gloria in excelsis Deo.

Kommt und lasst uns Christus ehren (EG 39/Strophen 1+3+7)

1. Kommt und lasst uns Christus ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; singet fröhlich, lasst euch hören, wertes Volk der Christenheit.

3. Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht.

Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37/Strophen 1-4)

1. Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.

2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu Eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

3. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht’, wie schön sind deine Strahlen!

4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen!

O du fröhliche (EG 44)

1. O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

2. O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

3. O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!