10. Mai 2020 - Sonntag Kantate

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Prädikantin Barbara Terweiden - Lektor: Herbert Terweiden

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Psalm 98

Mit dem Wochenspruch für die heute beginnende Woche aus Psalm 98 begrüße ich Sie am heutigen Sonntag Kantate ganz herzlich. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten der modernen Technik, die uns ermöglicht eine Verbindung zu Ihnen herzustellen.

Abkündigung

Die Kollekte ist heute bestimmt für die Kirchenmusik in Westfalen. Unsere Landeskirche hat die Möglichkeit eingerichtet, um die Kollekte zu überweisen. Unter www.kollekte-online.de finden Sie die Bankverbindung unserer westfälischen Landeskirche. Als Zweck geben Sie einfach an: Kollekte vom 10.5.2020.

Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Gott, wir brauchen dich in diesen Tagen ganz besonders. Stärke unser Vertrauen und unsere Zuversicht, dass du uns an jedem Tag nahe sein willst. Amen

Der Psalm dieses Sonntages ist der 98. Psalm:

Singet dem Herrn ein neues Lied,

denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr lässt sein Heil verkündigen;

vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,

aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Jauchzet dem Herrn, alle Welt,

singet, rühmet und lobet!

Lobet den Herrn mit Harfen,

mit Harfen und mit Saitenspiel!

Mit Trompeten und Posaunen

jauchzet vor dem Herrn, dem König!

Das Meer brause und was darinnen ist,

der Erdkreis und die darauf wohnen.

Die Ströme sollen in die Hände klatschen,

und alle Berge seien fröhlich

vor dem Herrn; denn er kommt, das Erdreich zu richten.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

Lesung

Die Lesung aus dem Alten Testament steht im 1. Buch Samuel im 16. Kapitel

 

Der Geist des Herrn aber wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn verstörte ihn.

Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott verstört dich.

Unser Herr befehle nun seinen Knechten, die vor ihm stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe gut spielen kann, damit, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand darauf spiele, und es besser mit dir werde.

Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht nach einem Mann, der des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir.

Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön, und der Herr ist mit ihm.

Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David zu mir, der bei den Schafen ist.

Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.

So kam David zu Saul und diente ihm. Und Saul gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffenträger.

Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Lass David mir dienen, denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.

Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,

acht Wochen „Kontaktverbot“ liegen jetzt schon hinter uns...

Wir alle haben diese Wochen mehr oder weniger gut geschafft. Einige Menschen, zu denen gehört unsere Pfarrerin Elke Schwerdtfeger, entwickeln einen ungeheuren Tatendrang, und sie erarbeiten Konzepte, wie man Menschen erreichen kann, durch Briefe oder Nachrichten per SMS und Whattsapp. Die Lehrer haben per Internet Aufgaben an die Schüler versendet und die Medien haben unglaubliche Unterhaltungsprogramme und Beschäftigungsanregungen erarbeitet. Und gleich in der ersten Woche wurden die ersten Videos ausgestrahlt, von Musikern, die notgedrungen räumlich getrennt waren, aber über die moderne Technik zusammen musizierten.

Von Seiten der Kirchenleitung gab es die Empfehlung abends um 19 Uhr einen Choral anzustimmen: „Der Mond ist aufgegangen....“

Wenn viele zusammen musizieren oder singen kann das eine Verbindung schaffen zwischen den Menschen und eine Verbindung zu Gott.

Für den heutigen Sonntag Kantate „Singet“.... ist ein Predigttext aus dem Alten Testament, aus dem Buch Samuel vorgesehen.

Es wird ein Abschnitt aus der Geschichte des Volkes Israel erzählt. Nach dem Neuanfang im gelobten Land ungefähr im Jahr 1000 vor Christus will das Volk Israel unbedingt einen König haben, der Recht spricht und der sich um sein Volk kümmert, verantwortlich fühlt. Der Prophet Samuel bekommt von Gott den Auftrag  Saul zum König salben. Saul, der erste König, ist ein erfolgreicher König, aber irgendwann fragt er nicht mehr nach Gott.

Und hier setzt der Predigttext ein: „Der Geist des Herrn wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn verstörte ihn...“  

Und so kommt David an den Hof des Königs, und er kann mit seiner Musik, seinem Harfenspiel, die Depressionen des Königs aufhellen. Saul erquickte sich an der Musik und es ging ihm besser. Der böse Geist wich von ihm...so schreibt es die Bibel.

Musik...“geht ins Ohr...und bleibt im Kopf“....

und kann Menschenherzen erreichen.

In Coronazeiten werden unzählige Botschaften und eben auch Musik Clips durch das Netz geschickt. Manche sind so zu Herzen gehend, dass ich gar nicht anders kann als zu weinen, weil mein Herz so sehr bewegt wird.

Musik, die unter die Haut geht, kann das auch bewirken, da fließen Tränen...und doch tut es  mir gut sie zu hören.

An jedem Abend um 19 Uhr spielen Herbert und ich auf unserer Terrasse zweistimmig ein paar Choräle oder kleine Stücke. Einige Nachbarn erfreuen sich daran und es tut ihnen gut unsere Musik zu hören; je nach Wind und anderen Geräuschen klingen die Töne mehr oder weniger kräftig.

Wir enden immer mit.....“Guten Abend, gut Nacht......und morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt....“ und obwohl ich die Töne spiele singe ich innerlich den Text....

Heute, am Sonntag Kantate, „singet“ sollen wir Musik machen, unser Herz bewegen lassen und singen zur Ehre und zum Lob unseres Gottes.

Am letzten Sonntag Jubilate, haben wir zaghaft versucht über Gott und die Auferstehung Jesu zu jubeln...und heute der Sonntag Kantate

...wir dürfen aus Hygienegründen nicht singen.

Das fällt mir schwer!

„Du meine Seele singe....wohlauf und singe schön...“.

Meine Seele...., ja die will und die kann und die darf singen und mein Herz singt mit....

„Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.“

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Wochenlied: Du meine Seele singe [EG 302]

Wir beten:

Guter Gott, Corona hat uns immer noch im Griff. Wir versuchen langsam in einigen Bereichen unsres Lebens wieder ein Stückchen Normalität zu erreichen.

Gott, wir danken dir für alle Menschen, die sich in vielfältiger und bewundernswerter Weise für andere einsetzen. Sei es in Krankenhäusern und Pflegeheimen, im Bereich unserer Versorgung mit Lebensmitteln oder um zu einsamen Menschen Kontakt aufzubauen.

Gott, wir danken dir für alle Musik, die unsere Herzen erreichen will.Wir freuen uns über den Gesang und das Zwitschern der Vögel. Hilf, dass Menschen bald wieder zusammen singen und musizieren können zu deiner Ehre.

Gott, wir brauchen deine Hilfe. Schenke uns Geduld und den vorsichtigen Umgang mit den Lockerungen. Lass uns besonnen, vorsichtig und großzügig mit unseren Mitmenschen umgehen. Stärke alle Menschen, die um ihre Existenz bangen und zeige ihnen neue Wege. Hilf allen Wissenschaftlern bei ihrer Suche nach Medikamenten und Impfstoff.

Gott und wir bitten dich, behüte und beschütze uns und unsere Lieben, und alle Gedanken, die unser Herz noch bewegen, sagen sie dir mit den Worten deines lieben Sohnes Jesus.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.

Amen. Amen. Amen.

Das Wochenlied ist: Du meine Seele singe [EG 302]

1) Du meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd;
ich will Ihn herzlich loben, / solang ich leben werd.

2) Wohl dem, der einzig schauet / nach Jakobs Gott und Heil!
Wer dem sich anvertrauet, / der hat das beste Teil,
das höchste Gut erlesen, / den schönsten Schatz geliebt;
sein Herz und ganzes Wesen / bleibt ewig ungetrübt.

3) Hier sind die starken Kräfte, / die unerschöpfte Macht;
das weisen die Geschäfte, / die Seine Hand gemacht:
der Himmel und die Erde / mit ihrem ganzen Heer,
der Fisch unzähl´ge Herde / im großen wilden Meer.

4) Hier sind die treuen Sinnen, / die niemand Unrecht tun,
all denen Gutes gönnen, / die in der Treu beruhn.
Gott hält sein Wort mit Freuden, / und was Er spricht, geschicht,
und wer Gewalt muß leiden, / den schützt Er im Gericht.

5) Er weiß viel tausend Weisen, / zu retten aus dem Tod,
ernährt und gibet Speisen / zur Zeit der Hungersnot,
macht schöne rote Wangen / oft bei geringem Mahl;
und die da sind gefangen, / die reißt Er aus der Qual.

6) Er ist das Licht der Blinden, / erleuchtet ihr Gesicht;
und die sich schwach befinden, / die stellt Er aufgericht´.
Er liebet alle Frommen, / und die Ihm günstig seind,
die finden, wenn sie kommen, / an Ihm den besten Freund.

7) Er ist der Fremden Hütte, / die Waisen nimmt Er an,
erfüllt der Witwen Bitte, / wird selbst ihr Trost und Mann.
Die aber, die Ihn hassen, / bezahlet Er mit Grimm,
ihr Haus und wo sie saßen, / das wirft Er um und um.

8) Ach ich bin viel zu wenig, / zu rühmen Seinen Ruhm; der Herr allein ist König, / ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre / gen Zion in Sein Zelt, ist´s billig, daß ich mehre / Sein Lob vor aller Welt.

Text: Paul Gerhardt 1653, Melodie: Johann Georg Ebeling 1666