Festgottesdienst zum 25-jährigen Jubiläum der Stephanuskirche

mit Pfarrer Martin Schwerdtfeger, Superintendentin Verena Schmidt, Pfarrer Jürgen Schäfer, Sabine Gördes, Peter Issel. Orgel: Barbara Rosolova

31. Mai 2020 - Pfingstsonntag

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Pfarrerin Elke Schwerdtfeger - Lektorin: Britta Hermes

Es soll nicht durch Heer oder Kraft,

sondern durch meinen Geist geschehen,

spricht der Herr Zebaoth. Sacharja 4,6b

Ich begrüße Sie mit dem Wochenspruch.

Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Der Psalm dieses Sonntages ist der 118. Psalm:

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

O Herr, hilf!

O Herr, lass wohl gelingen!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Wir segnen euch vom Haus des Herrn.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien

bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Lesung Apostelgeschichte 2, 1-21

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.

Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5):

»Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

Predigt

Liebe Gemeinde,

herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Heute feiern wir das Pfingstfest, den Geburtstag der Kirche. Und wir in der Paulusgemeinde können an diesem Pfingstfest ganz besonders fröhlich Geburtstag feiern: Das Jubiläum 25 Jahre Gemeindezentrum Stephanuskirche!

Gottes Geist weht. Aber: Wir spüren es nicht immer. Manchmal sind unsere Sorgen zu groß. Ängste drücken uns runter. Enttäuschung lähmt uns.

Den Freundinnen und Jüngern von Jesus ist es so ergangen. Sie waren sehr verunsichert, nachdem der Auferstandene Christus ihnen nicht mehr erschienen ist. Ängstlich haben sie sich in ein Haus zurückgezogen. Sie haben es vermieden anderen zu begegnen. „ Ja nicht angesprochen werden! Wer weiß, was die anderen über mich denken. Dass ich diesem Jesus nachgelaufen bin, dass ich solche Hoffnung auf ihn gesetzt habe! Und nun weiß ich gar nicht mehr, was richtig ist.“ Sie waren alle beieinander an einem Ort. Die Türen und Fenster waren verschlossen. Das alles 50 Tage nach Ostern, am jüdischen Erntedankfest.

Dann war das Haus plötzlich erfüllt von einem Brausen, einem frischen Wind. Alle trüben Gedanken wurden weggepustet. Der Blick wurde frei und klar. Die Menschen konnten wieder aufsehen, in die Weite schauen. Sie konnten sprechen und lachen.

Feuer und Flamme waren sie: Lasst uns erzählen von dem, was wir mit Jesus erlebt haben!

Sie spürten: Wir sind nicht allein, sondern Gottes Heiliger Geist ist uns geschenkt worden. Diese Kraft Gottes ist bei uns. Sie gibt uns Schwung und Mut und Zuversicht. Und wir werden Ideen und Kraft bekommen, auch Schwieriges zu bewältigen!

So sind sie rausgegangen aus ihrem Haus. Haben anderen von den wunderbaren Taten Gottes erzählt, die sie in ihrem Leben erfahren haben. Und ihr Feuer war ansteckend: Menschen mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen haben einander verstanden.

Und etliche wollten dazugehören. An dem Tag wurden 3.000 Menschen getauft und die erste christliche Gemeinde ist entstanden.

Geburtstag der Kirche am Pfingstfest! Gottes Heiliger Geist weht!

Das haben wir als Paulusgemeinde auch schon mehrfach in unserer Geschichte erlebt. So gab es 1989 eine Visitation in unserer Gemeinde. Das ist ein Besuch der Leitung des Kirchenkreises. So etwas gibt es alle 20 Jahre oder seltener. Bei einem der Gespräche im Rahmen jener Visitation kam die Idee auf, die alte Stephanuskirche, ein Pappbau aus den 1960er Jahren, durch einen Neubau zu ersetzen. Der damalige Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden in Hagen wollte die Kosten dafür zum größten Teil übernehmen.

Gerne hat das Presbyterium dieses Angebot angenommen. Architekt Wyland Kuschel wurde mit den Arbeiten beauftragt. Alles entwickelte sich gut. Und dann die große Enttäuschung: 1993 gab es einen sehr starken Einbruch der Kirchensteuereinnahmen. Die Wirtschaft hatte sich nach der Wiedervereinigung anders entwickelt als erwartet.

Auch im Kirchenkreis Hagen wurden rigorose Sparmaßnahmen beschlossen und durchgeführt. Stellen wurden nicht wiederbesetzt, Bauvorhaben gestoppt.

Wirklich in letzter Minute, hat Gottes Heiliger Geist ganz kräftig geweht. Die damaligen Verantwortlichen im Gesamtverband und in der Gemeinde haben entschieden: Wir bauen das Gemeindezentrum Stephanuskirche dennoch. Halleluja!

So konnten wir 1995 am Pfingstsonntag das neue Gemeindezentrum unserer Paulusgemeinde einweihen. Es war ein Zeichen der Hoffnung inmitten einer Phase von kirchlicher Betrübtheit und großen finanziellen Schwierigkeiten.

Heute ist der 25. Geburtstag! Was für ein Fest! Was für ein Geschenk Gottes, dass wir dieses Zentrum haben! Dass sich Kinder und Jugendliche, Erwachsene und alt gewordenen Menschen dort treffen können! Jeden Sonntag feiern wir Gottesdienst und auch die Menschen, die nebenan im Alten- und Pflegeheim Bodelschwingh-Haus leben, nehmen gerne daran teil.

Klar, das Gemeindeleben dort hat sich in den 25 Jahren sehr verändert, aber Gottes Geist weht immer noch. Halleluja!

Nicht immer spüren wir, dass Gottes Geist wirkt. Als die Corona-Pandemie unser Land erreicht hat, wurden viele von uns auch sehr verunsichert. Wir haben uns in unsere Häuser zurückgezogen, waren ängstlich, unsicher und voller Sorgen. Viele hatten das Gefühl: Es ist nichts mehr so wie vorher. Was wird stattdessen kommen? Wie kann unser Leben aussehen, wenn so vieles nicht mehr gemacht werden kann, wie bisher?

Aber Gottes Geist wirkt und weht: Wir feiern wieder Gottesdienste. In anderer Form als bisher, aber wir treffen uns in unseren Kirchen. Halleluja!

Und wir gestalten wieder unser Gemeindeleben. Vorsichtig noch und anders als bisher, aber wir bekommen Ideen, wie wir trotz Masken und Abstand einander als Gemeinde treffen können. Halleluja!

Wir beten und wir gestalten die Welt mit. Wir sind lebendige Gemeinde. Halleluja!

Daher lassen Sie uns Pfingsten feiern, den Geburtstag der Kirche Jesu Christi! Dankbar und zuversichtlich und fröhlich. Wir haben viele Gründe dafür.

Herzlichen Glückwunsch!

Amen.

Wir beten:

Heiliger Geist, Feuer und Lebenskraft,
Gottes Gegenwart in unserer Mitte,
wir danken dir für deine Hilfe!

Danke, Heiliger Geist, dass wir heute das Jubiläum 25 Jahre Gemeindezentrum Stephanus feiern können!

Und wir danken Dir für alle Gottesdienste, Gruppentreffen, für alle Tänze und guten Begegnungen, die in diesen 25 Jahren dort gewesen sind.


Komm, Heiliger Geist!
Wir bitten dich nicht nur für unsere Gemeinde, sondern dass Deine Kirchen in der ganzen Welt zu einer Gemeinschaft werden.

Komm, Heiliger Geist!

Wir bitten Dich für alle Frauen und Männer, die verfolgt werden, in Gefängnissen leiden oder drangsaliert werden, weil sie zu Christus gehören.

Komm, Heiliger Geist!
Tröste alle, die traurig sind.

Öffne allen, die einsam sind, Türen zu anderen Menschen.

Komm, Heiliger Geist!

Schenke allen Menschen, die mit Kindern zusammen leben, Phantasie und Ideen, damit sie den Alltag gut bewältigen und sie auch lachen können.

Komm, Heiliger Geist,

Feuer und Lebenskraft!
Erneuere, belebe und begeistere uns und alle,
für die wir bitten.


Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.

Amen.