Ostersonntag – Stephanuskirche 12.4.2020

Gottesdienst mit Jürgen Eigenbrodt und Martin Schwerdtfeger

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offenbarung 1,18

Mit dem Wochenspruch aus der Offenbarung des Johannes grüße ich Sie herzlich aus der Stephanuskirche zum Gottesdienst am Ostersonntag. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Bei aller Unsicherheit in dieser Zeit wünsche ich Ihnen gesegnete Ostern!

Eingangsvotum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Im Morgengrauen des dritten Tages machten sich die Frauen auf den Weg. Sie waren voller Trauer und wollten dem Verstorbenen eine letzte Ehre erweisen: ihn einmal noch salben und dann Abschied nehmen. Sie suchten einen Toten, doch sie begegneten ganz neu dem Leben. Das Licht der Auferstehung leuchtete auf in ihrer Traurigkeit.

Die Osterkerze weist hin auf Christus. Er war verlassen wie wir in der Nacht des Todes. Gott hat ihn auferweckt und ans Licht gebracht. In ihm haben wir das Leben.

Entzünden der Osterkerze

Lied EG.E 5,1+2: Wir stehen im Morgen

1. Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein
durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein.
Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
ein Tanz setzt ein.

2. Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist,
der Reigen des Christus voll Kraft und Geist,
der Tanz, der uns alle dem Tod entreißt.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
ein Tanz setzt ein.

Wir beten mit Worten aus Psalm 118:

Psalm 118,14-24

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;
die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.

Das ist das Tor des Herrn;
die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen
und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. Amen.

Ansprache - (Jürgen Eigenbrodt)

Liebe Gemeinde!

Die Taufe ist eng mit dem Osterfest verknüpft. Früher war Ostern der einzige Tauftermin. Und das hängt mit dem Taufbefehl in der Bibel zusammen. Dort heißt es im Matthäus Evangelium, als die Jünger dem Auferstandenen begegnen: „Geht hin und machet zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Eine sehr alte Tradition an Ostern ist das Entzünden der Osterkerze. Symbolhaft steht die Osterkerze für den über Tod und Sterben siegenden und auferstandenen Jesus Christus. Mit diesem Brauch soll symbolisiert werden, dass Jesus der Ursprung des Lebens ist und Licht in die Dunkelheit bringt.

Heute wollten wir mit Ihnen gemeinsam die Osterkerze entzünden. Das geht nun leider nicht. Ostern geschieht, anders als in den Jahren zuvor.

In unserer Stephanuskirche hat die Osterkerze einen neuen festen Platz gefunden. Und auch dieser Weg dorthin, von dem ich Ihnen nun erzählen möchte, hat auch etwas mit dem Osterfest zu tun.

Das Suchen. Das Markus Evangelium berichtet davon. Die Frauen suchen in aller Frühe das Grab Jesu.

Auch auf unserem Globus und jetzt zum Osterfest wird gesucht. Es wird nach einer Lösung für die Pandemie gesucht. Wissenschaftler und Mediziner suchen nach Medikamenten und Impfstoffen, die infrage kommen könnten. Politikerinnen und Politiker suchen nach Lösung, wie es mit dem Arbeits- und Wirtschaftsleben weitergehen kann. Wir als Kirche suchen nach neuen Lösungen, wie wir mit den Menschen in Kontakt bleiben können.
Viele in unserer Gesellschaft suchen Menschen auf, unterstützen im Alltag und helfen anderen in dieser Zeit. Andere suchen nach neuen Möglichkeiten sich zu engagieren, und entdecken neues bei ihrer Suche.

Unsere Gemeinde hat lange Zeit auch nach einer Lösung gesucht. Die Osterkerze sollte einen Platz in unserer Stephanuskirche bekommen. Ein Kerzenständer wurde dafür gesucht.

Wie soll er denn aussehen? Welches Material soll er haben? Welches Design könnte passen?

Ich erzähle von einer Idee, welche ich in meiner Wohnung umgesetzt habe. Eine Manufaktur bietet individuelle Glasarbeiten an. Nachdem wir erste Ideen gesammelt haben, lassen wir Zeichnungen anfertigen und legen die Abmessungen fest. Die Manufaktur prüft, ob sie diesen Wunsch so umsetzen kann.

So lasse ich nun einige Vorschläge ausarbeiten und leite diese an Martin Schwerdtfeger weiter. Gemeinsam mit dem Presbyterium der Gemeinde und einem Vor-Ort-Termin hier in der Kirche besprechen wir die beiden Favoriten.
Jetzt kommt ein Vorschlag in die engere Auswahl und dann wird schließlich bestellt. Gesucht und gefunden.

Vor einigen Wochen kam der neue Taufkerzenständer aus Glas. Jetzt hat er seinen Platz gefunden.

Auf die Suche gehen und überrascht werden vom Leben. - Eine schöne Osterbotschaft.

Mit einem Gespräch hat es begonnen und dieses Gespräch hat sich weiterentwickelt.

So stelle ich mir die Geschichte von damals vor.

Den Frauen in der Ostergeschichte wird gesagt: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden. Die Frauen gehen zurück nach Galiläa, zurück in den Lebensalltag. Und die Osterbotschaft schickt uns in unser Galiläa, in unseren Alltag, so wie er jetzt ist. Dort werden wir ihm begegnen. Die Osterkerze leuchtet und mit jeder Taufe, die wir feiern, wollen wir etwas von dieser Botschaft weitergeben. Ich freue mich schon auf kommende Gottesdienste, die wir, so hoffe ich bald, hier wieder in Gemeinschaft miteinander feiern können. Amen.

Lied EG.E 5,4+5: Wir stehen im Morgen

4. Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht. Im Aufstand erklingt unser Osterlied. Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein. Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.

5. Am Ende durchziehn wir, von Angst befreit,
die düstere Pforte, zum Tanz bereit.
Du selbst gibst uns, Christus, das Festgeleit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
ein Tanz setzt ein.

Text: Jörg Zink
Melodie: Hans-Jürgen Hufeisen

Fürbitten

Wir können Ihnen heute keinen Kollektenkasten reichen. Wenn Sie dennoch spenden möchten: Unsere Landeskirche hat die Möglichkeit eingerichtet, um die Kollekte zu überweisen. Unter www.kollekte-online.de finden Sie die Bankverbindung unserer westfälischen Landeskirche. Als Zweck geben Sie einfach an: Kollekte vom 12.4.2020.

Heute ist die Kollekte bestimmt für den Westfälischen Verband für Kindergottesdienst.

Wir beten:

Du,
unsere Quelle des Trostes,
Kraft und Licht unseres Lebens,
wir bringen vor Dich das Zittern der Menschheit
und sprechen die Fragen aus,
die uns bedrängen mit weltweitem Blick:

Was, wenn Corona sich dort ausbreitet,
wo jetzt schon Hunger und Durst, Armut und Elend herrschen?

Wie sollen die Menschen in den Slums Abstand halten in Indien,
wie in den Flüchtlingslagern in Afrika,
wie in den Elendsvierteln in Venezuela?

Wie kann Hygiene vor Ansteckung schützen,
wenn Wasser und Seife jetzt schon fehlen?

O Gott,
wir bangen um die Schwächsten in dieser Pandemie.

Segne die Politikerinnen und Politiker,
die jetzt mit Weitblick handeln, und Notprogramme organisieren.

Stärke die Bereitschaft zum Teilen mit den Armen!

Steh den Ärztinnen und Ärzten bei, die mitten im größten Elend Menschenleben retten, und den Hebammen, den Schwestern und Pflegern, die auch jetzt nah an den Menschen arbeiten.

Du hast Christus aus dem Tode geholt zu einem neuen Leben. Löse auch uns aus Starre und Furcht. Gib du uns Atem, wenn wir zu dir beten.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich
und schenke dir Frieden.

Amen.

Lied EG.E 5,1+2: Wir stehen im Morgen

1. Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein
durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein.
Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
ein Tanz setzt ein.

2. Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist,
der Reigen des Christus voll Kraft und Geist,
der Tanz, der uns alle dem Tod entreißt.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
ein Tanz setzt ein.

Lied: Wir stehen im Morgen

Lied EG.E 5,4+5: Wir stehen im Morgen

4. Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht. Im Aufstand erklingt unser Osterlied. Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein. Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.

5. Am Ende durchziehn wir, von Angst befreit,
die düstere Pforte, zum Tanz bereit.
Du selbst gibst uns, Christus, das Festgeleit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
ein Tanz setzt ein.

Text: Jörg Zink
Melodie: Hans-Jürgen Hufeisen