Letzter Sonntag n. Epiphanias - 31. Januar 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Pfarrer Martin Schwerdtfeger - Lektorin: Stefanie Leosz

Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Jesaja 60,2

Am letzten Sonntag nach Epiphanias geht es noch einmal um das Licht, das mit Christus aufscheint.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst!

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Gott, was gibt uns Halt und Orientierung? Was gibt uns Boden unter den Füßen? Unsicher und voller Fragen kommen wir zu dir. Oft sind wir kleinlaut und ängstlich und bleiben einander Vertrauen und Aufmerksamkeit schuldig.

Darum bitten wir dich, himmlischer Vater, um dein Erbarmen und sprechen:

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Nimm von uns, was uns von dir trennt. Sende deinen Geist und hilf, dass wir deine Liebe gut bezeugen durch Jesus Christus, unsern Bruder. Amen.

Psalm 97

Der Herr ist König; des freue sich das Erdreich

und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind.

Wolken und Dunkel sind um ihn her,

Gerechtigkeit und Recht

sind seines Thrones Stütze.

Feuer geht vor ihm her

und verzehrt ringsum seine Feinde.

Seine Blitze erleuchten den Erdkreis,

das Erdreich sieht es und erschrickt.

Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn,

vor dem Herrscher der ganzen Erde.

Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit,

und alle Völker sehen seine Herrlichkeit.

Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen

und sich der Götzen rühmen.

Betet ihn an, alle Götter!

Zion hört es und ist froh,

und die Töchter Juda sind fröhlich,

weil du, Herr, recht regierest.

Denn du, Herr, bist der Höchste über allen Landen,

du bist hoch erhöht über alle Götter.

Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge!

Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen;

aus der Hand der Frevler wird er sie erretten.

Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen

und Freude den aufrichtigen Herzen.

Ihr Gerechten, freut euch des Herrn

und danket ihm

und preiset seinen heiligen Namen! Amen.

Wir beten:

Gott, dein Licht macht alle Finsternis hell. Dein Wort vertreibt Angst, Sorge, Kleinmut und Verzagtheit. Dies lass uns heute Morgen erfahren, wenn wir zu dir beten, dein Wort hören und dich loben. Amen.

Lesung Matthäus 17, 1-9

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg.

Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm.

Petrus aber antwortete und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine.

Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“

Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“ Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. Amen.

Predigt

Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

2. Petrus 1,16-19

Wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.

Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Liebe Gemeinde,

ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er rief seine beiden Söhne zu sich und gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, ist eure Sache.“

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“ Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle.

Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortet: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.

Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“

 

Licht im Dunkeln – das brauchen wir, ein Zeichen von Wärme und Hoffnung in der kalten Welt. An diesem letzten Sonntag nach Epiphanias erinnern wir noch einmal an das Licht, das mit der Geburt Jesu in die Welt gekommen ist. Es scheint noch einmal auf bei der Verklärung Jesu auf dem Berg und leuchtet so hell, dass Petrus am liebsten dort bleiben möchte und Hütten bauen. Er möchte diesen Moment gern festhalten. So müsste es immer sein. So klar und deutlich. Aber Jesu Weg geht weiter und er nimmt seine Jünger mit.

Dann wieder wird es hell werden am Ostermorgen nach der Finsternis von Karfreitag. Da werden Traurigkeit und Angst überwunden, ja überstrahlt.

 

 

Und einmal sagt Jesus: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Johannes 8,12

Dieses Licht scheint auch im Alltag, zeigt uns den Weg, lässt uns Hindernisse erkennen, so dass wir nicht darüber stolpern müssen, sondern überlegen können und Lösungen finden.

Licht der Welt – das da scheint an einem dunklen Ort. Wir wünschen es uns für viele Millionen Flüchtlinge oder die Hungernden im Jemen oder die tief Zerstrittenen in den Vereinigten Staaten und in Europa oder die politischen Gefangenen in dunklen Verliesen. Wir wünschen es den Kranken und Sterbenden auf den Intensivstationen und in den Pflegeheimen und ihren Angehörigen. Wir wünschen es den Pflegenden und Ärztinnen und Ärzten und allen, die in Schule, Beruf oder Familie von der Pandemie betroffen sind.

In unserem Predigttext kommt auch unsere Verantwortung zur Sprache.

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Die Propheten erinnern immer wieder daran, dass wir Menschen nicht nur unser persönliches Schicksal im Blick haben sollen, sondern auch die Schwachen in unser Gesellschaft. Wo Menschen Anteil nehmen und sich berühren lassen von dem, was ihre Mitmenschen erleben, wo sie sich solidarisch verhalten, da leuchtet etwas von Gottes Herrlichkeit, da geht der Morgenstern auf in ihren Herzen, da strahlt das Licht Christi auf.

Dieses Leuchten wird einmal alles überstrahlen, alle Dunkelheit, alle Angst und alle Todesfurcht. Das wird uns versprochen. Und bis dahin können wir uns erleuchten lassen, wir können auf das Wort lauschen, es in uns klingen lassen und warten, bis es in uns leuchtet.

Ich möchte darauf vertrauen, dass Gott sein Licht aufgehen lässt in unseren Herzen – in äußerer und innerer Bedrohung, in äußerem und innerem Chaos, in Angst und Verzweiflung. Dafür steht Jesus Christus ein. Amen.

Fürbitten

Gott, Licht der Welt,

alle Dunkelheit unserer Welt bringen wir vor dich, alle Dunkelheit in uns und um uns.

Du allein hast die Macht, sie zu erleuchten und zu vertreiben.

 

Wir bringen vor dich,

was unsere Seele, unser Herz und unseren Verstand verdunkelt.

Wir bringen vor dich die dunklen Ecken unserer Erde,

wo Menschen gedemütigt, erniedrigt und gefoltert werden.

 

Wir bringen vor dich die Kinder

in den Kriegsgebieten, in den Flüchtlingslagern, in den Slums.

Wir bringen vor dich die Völker,

die über Jahrzehnte keine Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben haben.

 

Wir bringen vor dich die Landstriche und Gewässer dieser Erde,

die wir Menschen verunreinigt und zerstört haben.

Wir bringen vor dich die Tiere,

die unter dem Lebensstil der Menschen leiden.

 

Wir vertrauen darauf, dass durch dich eine Zeit kommt, in der alle Dunkelheit, alle Angst und alle Todesfurcht vergangen ist.

Bis dahin lass uns Menschen begegnen, die leuchten, und lass uns Menschen werden, die anderen leuchten.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden. Amen.