Gottesdienst zur Partnerschaft mit der GKPS - 02. Mai 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Pfarrerin Elke Schwerdtfeger und Prädikant Matthias Mladek - SprecherInnen: Karen Schlien, Monika Dittmar und Tobias Busch

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!

Mit diesem Vers aus Psalm 150 begrüße ich Sie zum Gottesdienst in der Pauluskirche am Sonntag Kantate. Wir feiern ihn als Gottesdienst zur Partnerschaft mit der GKPS, der Evangelischen Simalungun-Kirche in Indonesien.

Das Lob Gottes ist unser gemeinsames Thema. Auch in der GKPS werden heute Partnerschaftsgottesdienste gefeiert. Die Geschwister in Indonesien beten für uns und unsere Gemeinden. Wir haben ihr Thema, den Psalm und den Predigttext übernommen.

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 150

Halleluja!                                

Lobet Gott in seinem Heiligtum,

lobet ihn in der Feste seiner Macht!  

Pujilah TUHAN!

Pujilah Allah di dalam Rumah-Nya!

Pujilah kekuatan-Nya di angkasa!

Lobet ihn für seine Taten,

lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!

Pujilah Dia karena perbuatan-Nya yang perkasa.

Pujilah Dia karena keagungan-Nya yang besar.

Lobet ihn mit Posaunen,

lobet ihn mit Psalter und Harfen!

Pujilah Dia dengan bunyi trompet,

pujilah Dia dengan gambus dan kecapi!

Lobet ihn mit Pauken und Reigen,

lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!

Pujilah Dia dengan rebana dan tari-tarian,

pujilah Dia dengan kecapi dan seruling.

Lobet ihn mit hellen Zimbeln,

lobet ihn mit klingenden Zimbeln!

Pujilah Dia dengan ceracap yang berdenting,

pujilah Dia dengan canang yang berdentang.

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!

Halleluja!

Hendaklah semua makhluk hidup memuji TUHAN.

Pujilah TUHAN!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung Offenbarung des Johannes 15, 1-4

Ich sah ein weiteres Zeichen am Himmel, das war groß und wunderbar:

sieben Engel mit den letzten sieben Plagen.

Denn mit ihnen erreicht der Zorn Gottes sein Ende.

Dann sah ich etwas wie ein gläsernes Meer, das mit Feuer vermischt war.

Und ich sah alle, die den Sieg errungen haben.

Sie haben sich befreit von der Macht des Tieres und seines Standbildes –

und ebenso von der Macht der Zahl, die sein Name ergibt.

Sie standen am gläsernen Meerund hatten Leiern Gottes.

Sie sangen das Lied des Mose, der ein Diener Gottes war,

und das Lied des Lammes:

»Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger.

Voller Gerechtigkeit und Wahrheit sind deine Wege, du König über die Völker.

Wer wird vor dir, Herr, keine Ehrfurcht haben und deinen Namen nicht preisen?

Denn du allein bist heilig!

Alle Völker werden kommen und sich vor dir niederwerfen,

denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden.«

Es ist nicht einfach Gott zu leben - Ein Puppenspiel

Hallelu-, Hallelu-, Hallelu-, Halleluja. Lobet den Herrn…

Lobt Gott in seinem Heiligtum! / Lobt ihn in seiner starken Himmelsburg!

Lobt ihn für seine kraftvollen Taten!

Paul!

Lobt ihn für die Fülle seiner Macht! / Lobt ihn zum Schall des Widderhorns!

Lobt ihn zum Klang von Harfe und Leier!

Paul!!!

Was denn?

Das ist schön, Gott zu loben und zu preisen.

Ja, ganz genau. -

Lobt ihn mit großen dunklen Zimbeln! / Alles, was lebt durch Gottes Atem,

antworte dem Herrn mit Lobgesang! / Halleluja!

Paul! Der 150. Psalm ist wirklich schön.

Ja, es ist schön und gut, Gott zu loben.

Ich denke nur an die Covid-Pandemie. So viele Menschen sind krank geworden und gestorben. Viele haben ihre Arbeit verloren und wissen nicht, wie es weitergehen soll. Viele Kinder können nicht in die Schule gehen und dort mit ihren Freunden lernen.

Das ist schlimm.

Und deshalb ist es jetzt nicht so leicht, Gott zu loben. Christus sagt doch: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“

Weißt du, wir loben Gott nicht nur, wenn es uns gut geht oder wenn alles schön ist. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns trägt, wenn wir müde werden; dass er uns tröstet, wenn wir traurig sind; dass er uns Mut macht, wenn wir uns fürchten.

Und heute loben wir Gott nicht allein. Viele Schwestern und Brüder loben Gott mit uns – hier in der Gemeinde und überall auf der Welt, auch in Simalungun. Deshalb spüren wir, wir sind nicht allein. Das macht Mut und es gibt Hoffnung, dass Gott uns in dieser Pandemie behütet und uns hilft, sie zu überwinden.

Dann singe ich gern mit dir.

Hallelu-, Hallelu-, Hallelu-, Halleluja, lobet den Herrn!

Ansprache

Liebe Gemeinde,

der Predigttext aus Offenbarung 15,

wir haben ihn gerade als Lesung gehört,

schafft für mich verschiedene inhaltliche Verbindungen.

Er schlägt  – bildlich gesprochen -  verschiedene Bögen:

Der erste Bogen, den dieser Text schlägt,

spannt sich vom alten zum neuen Testament...

 

Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel,

das war groß und wunderbar:

sieben Engel, die hatten die letzten sieben Plagen;

denn mit ihnen ist vollendet der Zorn Gottes...

hören wir in Vers 1...

 

Ein Gott, der Plagen schickt um die Menschen zu strafen?

Ein zorniger Gott?

Solche Texte entsprechen dem Glaubensbild

der Menschen in alttestamentarischen Zeiten...

 

Wir kennen das von den Erzählungen vom Auszug der Israeliten aus Ägypten,

wo Gott den ägyptischen Pharao durch Plagen zwingen will,

die Israeliten ziehen zu lassen...

Ein langer Bogen, hin zum letzten Buch der Bibel,

zur Offenbarung des Johannes...

 

Für uns verdeutlicht der Predigttext den Bogen hin zu einem Gott,

der uns mit Gnade und Vergebung begegnet...

Und das nicht erst seit Jesu Wirken in der Welt....

Ein zweiter Bogen ist ein ganz praktischer:

Der Bogen von Indonesien nach Deutschland.

In allen Gemeinden unserer Partnerkirche in Indonesien wird heute der Partnerschaftssonntag gefeiert.

 

Wir feiern heute Partnerschaftsgottesdienst hier in Hagen...

In allen Gottesdiensten unserer Partnerkirche

und hier bei uns beten wir den gleichen Psalm,

und wir hören Predigten zu dem Text

aus der Offenbarung des Johannes...

 

Unser Predigttext schlägt damit einen Bogen

11.000 Kilometer lang,

einen Bogen der Geschwisterschaft,

in der weltweiten christlichen Gemeinschaft

von der wir ein Teil sind, über alle Grenzen hinweg...

Ein dritter Bogen spannt sich von Menschen die einer Plage gegenüber stehen,

und denen eine Erklärung für das fehlt, was ihnen widerfährt...

 

Die sieben Plagen, wie es im Predigttext heißt...

Mich erinnern Sie an Naturkatastrophen, an Umweltereignisse...

 

Blicken wir nach Indonesien:

ganz regelmäßig bebt dort die Erde...

vor nicht ganz einem Monat beispielsweise in Magelang auf Jawa...

Eigentlich ein Ort, der bei Studierenden aus unserer Partnerkirche beliebt ist...

 

Der Vulkan Sinabung, in Nordsumatra;

viele Menschen unserer Partnerkirche leben unweit davon,

seit Jahren kommt er nicht zur Ruhe,

speit immer wieder große Aschewolken in die Luft,

Felder versinken darunter,

Gemüse verdorrt unter der heißen grauen Schicht...

Heute wissen wir um die wissenschaftlichen Ursachen solcher Naturphänomene.

 

Die Menschen unserer Partnerkirche sehen in Ihnen keine Strafe Gottes,

vielmehr sind sie dankbar, dankbar körperlich keinen Schaden genommen zu haben...

Dankbar im Gebet und in der Gemeinschaft,

Trost und Stärkung zu erfahren...

 

Ein Bogen also, vom angeblichen Gotteszorn,

hin zu einem Gottesverständnis voller Trost und Liebe...

Der vierte Bogen spannt sich von der Einsamkeit, der Trennung,

wieder hin zur Gemeinschaft, zur Verbundenheit,

zu besonderen Formen der Nähe und Verbindung...

 

Im August 2019 war ich zuletzt selbst in Indonesien.

Zahlreiche Menschen fehlen mir sehr.

Die persönliche Begegnung fehlt mir.

Die für 2020 geplante Jugendbegegnung mit der GKPS

hier im Kirchenkreis Hagen mussten wir aktuell zum 2. Mal verschieben...

 

„Seit einem Jahr komme ich nicht mehr raus“

„Mir fällt die Decke auf den Kopf“

„Nicht einmal die Enkelkinder kommen zu Besuch“

sagen Menschen hier...

Viel Traurigkeit spricht aus diesen Worten...

 

Dass in unserer Partnerkirche wieder Hochzeiten gefeiert werden,

dass wir hier in der Pauluskirche wieder in Präsenz

und unter aller Vorsicht Gottesdienste in Präsenz feiern...

 

Für mich steht unser Predigttext genau für diesen Bogen

hin zu neuen Formen der Gemeinschaft...

 

Die Hochzeitsfeiern in Simalungun sind kleiner geworden...

Unsere Gottesdienst feiern wir gemeinsam, hier in der Pauluskirche

und online bei Ihnen daheim...

Selbst unsere Partnerschaft nach Indonesien fühlt sich enger an...

 

Ein Online-Partnerschaftstreffen mit Teilnehmenden aus der GKPS

und den deutschen Partnerkirchenkreisen im Februar,

unser Partnerschaftsgottesdienst heute...

 

Zeichen einer neuen Form von Nähe und Gemeinschaft,

getragen von der Liebe Gottes...

Um den fünften Bogen für uns fassen zu können,

habe ich einen Blick in den Duden geworfen...

 

In dem Wörterbuch der deutschen Sprache finden wir zahlreiche Wörter,

die beschreiben, was der Begriff Plage meint...

 

Die Worte, die der Duden als Synonym für das Wort Plage nennt,

haben nicht viel mit den Naturkatastrophen und Geschehnissen zu tun,

die wir vorhin betrachtet haben...

Sie sind vielmehr Ausdruck individuellen, menschlichen Empfindens.

 

Eine wirklich erschreckend lange Liste:

Erschwernis, Stress, Anspannung,

Strapaze, Überbeanspruchung, Streit,

Unstimmigkeit, Druck, Erschwernis

und viele mehr...

 

Unser Wortschatz ist groß, wenn es darum geht,

menschlich empfundenes Leid zu beschreiben.

 

Bei dem Wort Plage denke ich an:

Menschen die von Sorgen erdrückt werden...

Menschen, voller Verzweiflung...

Menschen in Krankheit...

Menschen, die trauern...

 

Und so wie der Predigttext einen Bogen vom Dunkel ins Licht spannt...

So bereitet Gottes Güte einen Bogen für belastete Menschen...

 

Wenn wir Gott vertrauen, werden wir zu Menschen,

in ihrem Leben eine neue Hoffnung haben.

Zu Menschen die trotz allem wieder hoffnungsvoll nach vorn blicken...

Menschen, die am Ufer eines gläsernen Meeres stehen,

so das Bild aus dem Predigttext...

Menschen, die sich aufmachen wollen und können:

Auf zu neuen Ufern...

Den 6. Bogen haben uns Esel und Fledermaus gespannt, mit Ihrer Diskussion...

Weg von der Klage, hin zum Lob Gottes....

 

Ja, wir können mit Johannes am Ufer des gläsernen Meeres stehen,

unsere Stimmen erheben, ein Loblied anstimmen...

Wir können Gottes Größe und Stärke preisen und ihm Danken,

gerade weil wir auch die andere Seite kennen...

 

Unser Leben spannt immer wieder den Bogen zwischen abgrundtiefer Klage

und himmelhochjauchzendem Jubel...

Und das ist gut so...

Gott sei Dank sind wir nicht auf ewig gefangen in Phasen der Plage, des Leids....

 

Immer wieder wartet das gläserne Meer,

immer wieder haben wir Grund zum Jubel...

Gott hat seinen Bogen gespannt,

an den Himmel hat er ihn gezeichnet...

 

Erinnern Sie sich?

Die Sintflut war vorüber, Noah und seine Tiere

hatten wieder festen Boten unter den Füßen...

Am Himmel Gottes Regenbogen,

als ein Zeichen seiner immerwährenden Zusage:

Nie wieder werde ich versuchen, die Menschheit zu vernichten...

Für immer gilt meine Liebe und meine Gnade für die Menschen...

Ein größeres und schöneres Versprechen kann es nicht geben...

 

Vertrauen wir darauf, und:

alles was Odem hat, lobe den Herrn! 

Amen.

Fürbitten

Lasst uns beten:

Gott, wir danken dir für 55 Jahre Partnerschaft mit der Simalungun-Kirche,

für alle Menschen, die die Beziehungen mitgestaltet haben,

für die, die uns wichtig geworden sind.

 

Gott, verzeih, wenn wir einander verletzt haben,

aus Dummheit – oder weil wir meinten,

wir wüssten es besser als die anderen.

Lass Wunden heilen, lass dennoch Gutes wachsen.

 

Wir bitten dich für alle Menschen,

die uns vertraut geworden sind wie z.B. Berti, Doni, Margith, Rinal und andere,

die hier ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht haben.

Begleite sie alle mit deinem Segen!

 

Wir bitten dich für die GKPS,

für Frieden in Indonesien,

für Frieden zwischen Menschen verschiedener Religionen und Konfessionen.

Für alle, die weltweit unter der Corona-Pandemie leiden.

Hilf, dass Impfstoffe gerecht verteilt werden und wir einander helfen und füreinander beten.

Amen.

Vater Unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir

und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich

und gebe dir Frieden. Amen.

Grüße der GKPS

Liebe Partner in Deutschland, im Kirchenkreis Hagen, im Dekanat an der Dill, im Kirchenkreis Solingen und im Dekanat Westerwald!

Horas!

Wir grüßen euch aus der Evangelischen Simalungun-Kirche (GKPS) und  danken Gott, unserem Vater, Jesus Christus, seinem Sohn, und dem Heiligen Geist für seinen Segen und seine Bewahrung.

Im Namen der GKPS möchten wir euch allen, unseren Brüdern und Schwestern und lieben Partnern, unsere aufrichtigen und herzlichen Grüße übermitteln.

Da wir den Partnerschaftssonntag an diesem besonderen Tag in all unseren Gemeinden begehen, freuen wir uns, dass ihr auch mit uns unsere Gemeinschaft in Christus feiert. 

Wir sind dankbar für eure herzlichen und bewegenden Grüße zu diesem Partnerschaftssonntag.

Bis heute kämpfen wir mit den vielen Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie. Wir danken euch, unseren Brüdern und Schwestern in Deutschland, für eure große Aufmerksamkeit, mit der ihr für uns betet und uns unterstützt bei der Bekämpfung dieser Pandemie.

Wir haben eure Spenden erhalten, die unseren Kirchenmitgliedern, die in Not sind, helfen, vor allem denen, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation in dieser Pandemiezeit mit ihrem täglichen Leben zu kämpfen haben.

Wir danken euch für eure Hilfe und beten auch für euch, unsere Brüder und Schwestern in Deutschland, damit ihr in dieser ungewissen und nicht absehbaren Zeit sicher und behütet in Gottes Schutz seid.

Wir hoffen, dass wir unsere Partnerschaft in einem guten Sinn aufrechterhalten können. Denn wir glauben: Nichts kann uns trennen, weder Distanzen noch Grenzen, von der Liebe Jesu Christi, unseres Retters (Röm. 8:38-39).

Lasst uns also weiterhin füreinander beten und das Evangelium teilen. Wir hoffen, dass es bald soweit sein wird, dass wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnen können.

Möge der Herr uns segnen und bewahren, während wir weiterhin unseren Dienst tun zur Ehre unseres Herrn Jesus Christus, Amen. Horas!