6. Sonntag nach Trinitatis - 11. Juli 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Pfarrerin Elke Schwerdtfeger - Lektorin: Stefanie Leosz

Gott spricht:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst,

ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

Jesaja 43,1


Liebe Gemeinde, willkommen zum Gottesdienst!

Wir gehören zu Gott. Das ist die großartige Botschaft dieses Sonntages. Aber hören Sie selber!

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Aus Psalm 139A

Herr, du erforschest mich

und kennest mich.

Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;

du verstehst meine Gedanken von ferne.

Ich gehe oder liege, so bist du um mich

und siehst alle meine Wege.

Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,

das du, Herr, nicht schon wüsstest.

Von allen Seiten umgibst du mich

und hältst deine Hand über mir.

Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,

ich kann sie nicht begreifen.

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,

und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

Führe ich gen Himmel, so bist du da;

bettete ich mich bei den Toten,

siehe, so bist du auch da.

Nähme ich Flügel der Morgenröte

Und bliebe am äußersten Meer,

so würde auch dort deine Hand mich führen

und deine Rechte mich halten.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem 28. Kapitel des Matthäusevangeliums

Die elf Jünger gingen nach Galiläa.

Sie stiegen auf den Berg,

wohin Jesus sie bestellt hatte

Als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder.

Aber einige hatten auch Zweifel.


Jesus kam zu ihnen und sagte:

Gott hat mir alle Macht gegeben,

im Himmel und auf der Erde!

Geht nun hin zu allen Völkern

Und ladet die Menschen ein,

meine Jüngerinnen und Jünger zu werden.

Tauft sie im Namen

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Und lehrt sie, alles zu tun, was ich euch geboten habe.

Seid gewiss:

Ich bin immer bei euch,

jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Bruder, Jesus Christus. Amen.


Ladet die Menschen ein, meine Jüngerinnen und Jünger zu werden.

Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“


Liebe Gemeinde,

diese Sätze lösen in mir Glücksgefühle aus.

Am 13. Juni, also vor vier Wochen, haben wir an der Pauluskirche ein Tauffest gefeiert.


Schon 2018, nach dem letzten Tauffest, hatten wir geplant, im Jahr 2021 wieder solch ein Fest zu feiern.

Dann kam Corona. Viel Veranstaltungen und Feste mussten ausfallen oder verschoben werden.

Aber wir haben gehofft und gebetet, dass wir das Tauffest feiern könnten.

Mutig aber mit allen Hinweisen auf die dann geltenden Regeln der Pandemie hatten wir im Februar Familien eingeladen, ihre Kinder taufen zu lassen.

Seit Anfang April, seit wir in der Paulusgemeinde wieder Präsenzgottesdienste feiern, habe ich allen Familien gesagt:

Ich weiß nicht, ob wir ein Fest mit Essen und Trinken und Kinderspielen feiern dürfen. Aber einen Gottesdienst unter freiem Himmel dürfen und wollen wir feiern. Ihr Kind wird getauft.“

 

Und dann haben wir wenige Tage vor dem Tauffest vom Ordnungsamt auch die Erlaubnis bekommen, Speisen und Getränke anzubieten. Ein kleines Wunder! Gott sei Dank!


Und der Heilige Geist hat noch mehr gemacht:

Am 13. Juni war der Himmel über Wehringhausen strahlend blau und die Sonne schien.

Gut gelaunte Ehrenamtliche hatten Tische und Bänke geschleppt und den Festplatz vorbereitet.

Festlich gekleidete Menschen haben mit Masken und Abständen und sehr guter Laune den Bereich vor der Pauluskirche gefüllt.


Mit festlichen Klängen des Posaunenchores begann der Gottesdienst. Und wir konnten mit unseren Masken sogar gemeinsam singen!

Neun Menschen durften wir taufen:

Einen Säugling zusammen mit seiner Mutter.

Eine aufgeweckte Zweijährige.

Mehrere muntere Sechsjährige, die demnächst in die Schule kommen oder die schon in der ersten Klasse sind. Und einen reif gewordenen Mann, für den es jetzt dran war, sich taufen zu lassen. Wie schön!


Ladet die Menschen ein, meine Jüngerinnen und Jünger zu werden.“

Das geht nur mit Gottes Geist und der weht in jedem Menschenleben anders.

Nach dem Gottesdienst konnten wir uns an Chili con carne stärken und aus einer Fülle von Kuchen und Torten auswählen. Kinder haben mit Freude gemalt, gebastelt und gespielt.

Es war wirklich ein wunderbares Fest!

Ich habe von den Tauffamilien viele positive Rückmeldungen erhalten. Etliche Menschen waren erfreut und zum Teil auch überrascht, Kirche so zu erleben.

Dass das möglich war, lag an den Menschen der Gemeinde, die mitgearbeitet und mitgebetet haben. Viele haben geholfen, haben musiziert, sich um die Technik gekümmert, haben gebacken und gekocht, verkauft und gespült, fotografiert und gefilmt, und etliche Kilometer zwischen Kirchplatz und Gemeindehaus zurückgelegt. Alle zusammen haben so Gastfreundschaft gelebt.

Ladet die Menschen ein, meine Jüngerinnen und Jünger zu werden.

Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“


Für mich war beim Tauffest in Paulus etwas von Gottes Heiligem Geist, der belebt und Mut macht, zu spüren.

Es reicht aber nicht, dass wir Menschen taufen.

Lehrt sie, alles zu tun, was ich euch geboten habe.“

Das ist ein Auftrag Jesu, den wir auch zu erfüllen haben. Für viele Familien ist die Taufe des Kindes ein Anfang.

Was können wir als Gemeinde dazu beitragen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, als Christen zu leben?


Unsere Kindergärten und unser Kindergottesdienst sind dafür sicher wichtige Orte. Auch eine Jugendgruppe und das Paulazzo, sowie die verschiedenen Gemeindegruppen können Lernorte des Glaubens sein.

Damit sind wir nie fertig. Wir brauchen immer neue Phantasie und Ideen.


Doch bei all dem gilt Jesu Versprechen:

Seid gewiss:

Ich bin immer bei euch,

jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“

Oder wie es bei Luther heißt:

Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“


Diese Begleitung durch Jesus, durch Gott, durch den Heiligen Geist, habe ich in der Pandemie oft erlebt. In vielen kleinen und manchmal größeren Wundern.

Und auch bei unserem Tauffest!


Amen.


Und der Friede Gottes,

der höher ist als alle Vernunft,

bewahre unsere Herzen und Sinne

in Christus, unserem Bruder. Amen.

Fürbitten

Lasst uns beten:

Gott, wir danken Dir

für die Menschen, die uns eingeladen haben zu dir,

für alle, die dafür gesorgt haben,

dass wir getauft worden sind.

Danke auch für alle, mit denen wir versuchen, unseren Glauben zu leben.


Gott, wir danken dir,

dass du uns zutraust, andere zum Glauben einzuladen.

Unseren eigenen Glauben empfinden wir oft als bruchstückhaft.

Dennoch vertraust du uns andere Menschen an.


Gott, wir danken dir,

dass wir als Gemeinde leben können,

dass wir Kinder und Erwachsene taufen können.

Hilf uns, sie weiter einzuladen zu dir.

Hilf uns, eine gastfreundliche Gemeinde zu sein.


Gott, viele Menschen erreichen wir nicht.

Zu vielen bekommen wir keinen Kontakt.

Manche schrecken wir ab.

Verlier du, Gott, sie nicht aus dem Blick und

Lass sie dennoch deine Liebe spüren.

Vater Unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gehet hin im Frieden des Herrn. – Gott sei ewiglich Dank.

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir

und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich

und schenke dir Seinen Frieden.

Amen.