3. Advent - 13. Dezember 2020

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Prädikantin Barbara Terweiden - Lektor: Herbert Terweiden

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.

Mit dem Wochenspruch aus dem Buch des Propheten Jesaja begrüße ich Sie ganz herzlich, zum Gottesdienst am 3. Advent.

 

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Tagesgebet

Du bist auf dem Weg zu uns, Gott. Wir möchten dir entgegen gehen; aber so vieles verstellt uns den Weg für deine Güte. Überwinde, was uns von dir trennt, damit wir dir begegnen. Darum bitten wir dich, der du in Jesus Christus gekommen bist und uns nahe sein willst mit deinem Geist in Ewigkeit. Amen.

Psalmgebet nach Psalm 85

Lieber Gott, du bist voller Nachsicht und Vergebung. Das haben vor vielen Jahren unsere Vorfahren schon gespürt.

Du verdeckst und versteckst unsere Fehler, wie wir einen Flecken an der Wand mit der Hand zuhalten.

Du hättest so viel Grund, deinen Menschen böse zu sein, immer schon, heutzutage auch und auch mit mir.

Statt dessen lächelst du und bist so freundlich. So bitte ich dich auch heute: Komm uns entgegen, lieber Heiland und Freund, und befreie uns von dem Gefühl, du könntest uns strafen.

Schütte deine Liebe über uns aus und schenke uns deine Nachsicht.Dein Ansehen soll in der Welt hochgehalten werden.

Freundlichkeit und Treue sollen endlich Geschwister werden. Menschenwürde, Menschenrecht und Frieden sollen sich verbinden.

Nur so kann Zuversicht wachsen. Dann wirst zu gewiss gern uns Menschen begleiten. Geh du voraus, lieber Gott, dann können wir dir nachfolgen.

 

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn

und dem heiligen Geist,

wie es war im Anfang,

jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen

Lesung Lukas 1, 67-79

67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: 68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk 69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David – 70 wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –,         71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, 72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, 73 an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 74 dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht 75 unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen. 76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest 77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, 78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, 79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

 

Liebe Gemeinde,

 

Der Evangelist Lukas hat diese Worte einem Mann mit Namen Zacharias zugeordnet.

Zacharias, ein Priester, der Zeit seines Lebens versucht in guter  Beziehung zu Gott zu leben. Er ist verheiratet mit Elisabeth. Gewissenhaft lebt er und bemüht sich alles richtig zu machen, Gottes Gebote zu befolgen. Er ist ein angesehener Mann, allein seine Ehe mit Elisabeth bleibt zum großen Kummer der beiden kinderlos. Inzwischen sind sie alt geworden, leider ohne Kinder!

„Eine Strafe Gottes ?“ fragen sich die Leute.

Wieder einmal hat er als Priester Dienst in Jerusalem im Tempel. Als er im Allerheiligsten des Tempels vorschriftsmäßig das Brandopfer darbringen will erscheint ihm ein Engel.

„Gott hat eure Gebete erhört, Elisabeth, deine Frau, wird einen Sohn zur Welt bringen und du sollst ihn Johannes nennen. Er wird die Ankunft Gottes ankündigen!“

Zacharias kann das nicht glauben: „ Ich bin alt und meine Frau ist es auch…“

Doch der Engel widerspricht: „Ich komme von Gott um dir diese Botschaft zu überbringen, aber weil du mir nicht glauben willst, wirst du nicht mehr sprechen können, bis dein Sohn auf die Welt kommt“

Der verwirrte Zacharias kann den Tempeldienst mit dem Segen der Gläubigen nur stumm verrichten.

Und Elisabeth wird tatsächlich schwanger, und sie bringt einen Sohn zur Welt. Erst als Zacharias den Name „Johannes“ auf eine Tafel schreibt kann er wieder sprechen. Er beginnt Gott überschwänglich zu loben und zu danken.

Er wird vom Heiligen Geist erfüllt und beginnt  wie ein Prophet zu reden:

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels; denn er kam zu seinem Volk und hat es befreit. Er bringt uns alle Erlösung durch einen Nachkommen Davids, genau wie er es seit ewigen Zeiten durch seine Propheten versprochen hatte.

Durch das herzliche Erbarmen unseres Gottes wird unser Retter wie eine Sonne über uns aufgehen; er wird denen scheinen, die im Dunkeln sitzen und solchen, auf die der Schatten des Todes gefallen ist. Gott selbst wird uns den Weg zum Frieden zeigen.  

 

Liebe Gemeinde,

 

„Bereitet dem Herrn den Weg.“ Dies hat Johannes am Jordan ganz praktisch getan, als er Jesus taufen durfte.

Bereitet dem Herrn den Weg, das hören wir jetzt so kurz vor Weihnachten in diesem besonderen Jahr. 

Ich will mich vorbereiten, mich auch in diesem Jahr wieder bereit machen Gottes Ankunft zu feiern. Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Alle Jahre wieder kehrt Gott mit seinem Segen ein in jedes Haus.

Wir dürfen im Gottesdienst in Gemeinschaft nicht singen, aber ich möchte Sie ermuntern zu Hause zu singen. Die vertrauten Lieder mit den bekannten Melodien können uns helfen uns auf Weihnachten einzustellen und einzustimmen.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit.

In diesem Jahr habe ich bewusster unseren Weihnachtsschmuck ausgepackt, unsere Wohnung dekoriert. Mich gefreut an Tannenzweigen, an Sternen und Engelchen.

Und mir tun die Lichter, die geschmückten Fenster in unseren Straßen besonders gut. Alle Lichter wollen schließlich auf den hinweisen, an den wir zu Weihnachten denken. Christus das Licht der Welt! Auch wenn das bestimmt nicht allen Menschen so bewusst ist. Ich sehe es so und das tut mir gut.

Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht begriffen heißt es auch beim Propheten Jesaja.

Aber, ich will diese Licht sehen und mich auf dieses Licht verlassen. Das Licht leuchtet in der Dunkelheit und kann mir etwas von meiner Angst nehmen. Das Licht einer Kerze auf meinem Küchentisch, die Kerzen am Adventskranz und auch die elektrisch erleuchteten Fenster können mich, wenn ich will, daran erinnern.

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren wären, sondern das ewige Leben haben.

Bereitet dem Herrn den Weg, danach will ich mich von Herzen bemühen!

Eine kleine Geschichte eines Taxifahrers in einer Großstadt zum Schluss:

Unser Taxi schaffte in jener Vorweihnachtszeit in fünfzehn Minuten etwa zwei Häuserblocks. „Dieser Verkehr ist eine Katastrophe“, schimpfte mein Fahrgast. „Er nimmt mir das ganze bisschen Weihnachtsstimmung, das ich habe.“ Mein anderer Fahrgast war philosophischer. „Es ist unglaublich“, sinnierte er, „ganz und gar unglaublich. Denkt doch bloß – ein Kind, das vor über zweitausend Jahren mehr als achttausend Kilometer von hier geboren wurde, verursacht ein Verkehrschaos auf der Fifth Avenue in New York.“

Tja, das ist tatsächlich unglaublich!

 

Amen!

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn.

Amen.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, der in Jesus der Welt seine Liebe geschenkt hat.

Für alle, die das Warten aufgegeben haben, nichts mehr hoffen, und deren Tage gleich verlaufen, dass sie sich neu auf den Weg machen, um die Spuren deiner Gegenwart zu suchen.

 

Für alle, die müde geworden sind an ihrem Leben: für die Mütter und Väter, die sich aufzehren in Mühe und Arbeit für ihre Familien; für die Menschen, die ihre Zeit und Kraft opfern für andere, für die Flüchtlinge, die unter uns Heimat suchen, dass sie deine Hilfe spüren und neuen Mut gewinnen.

 

Für alle, die enttäuscht sind, weil ihr Eintreten für eine bessere Welt scheinbar ohne Wirkung bleibt: Für die Menschen, die unsere Umwelt schützen und bewahren wollen. Für die Menschen, die für Frieden und Gerechtigkeit eintreten, dass sie den Glauben an deine Friedensverheißung und an deine Segenszusage nicht verlieren.

 

Wir beten für uns, weil wir oft hoffnungslos, müde und enttäuscht sind. Stärke uns und mach uns bereit, zu warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die du uns versprochen hast. Tröste und ermutige uns mitzuhelfen, dass die Zeichen deiner Nähe und Liebe in unserer Welt sichtbar werden.

 

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden. Amen.