3. Advent - 12. Dezember 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Prädikantin Barbara Terweiden - Lektorin: Cornelia Schmidt

Wochenspruch: 2.Korintherbrief im 5. Kapitel

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Tagesgebet

Wir beten:

Jesus Christus, unser Heiland und Erlöser. Tröste uns, wenn wir verzagt sind, zerstreue unseren Zweifel, wenn wir so wenig von deiner Macht wahrnehmen. Festige unseren Glauben und mach uns geduldig. Wir bitten dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Psalm 85

Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;

der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und all seine Sünde bedeckt hast;

der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:

hilf uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns!

Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn walten lassen für und für?

Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass dein Volk sich über dich freuen kann?

Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!

Könnte ich doch hören, was Gott der Herr redet,

dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten.

Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserem Lande Ehre wohne;

Dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;

dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

dass uns auch der Herr Gutes tue, und unser Land seine Frucht gebe;

dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.

Amen

Lesung Lukas 1 67-79

Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David –

wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –,

dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund,

an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham,

uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde,

ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.

Denn du wirst dem Herrn vorangehen,

dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,

durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,

durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,

auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,

und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

 

Liebe Gemeinde,

die Adventszeit erlebe ich in diesem Jahr anders, irgendwie bedrückend. Sicherlich ist mein persönliches Empfinden bezüglich der Corona Pandemie da mitentscheidend.

Zum Buss- und Bettag haben wir vor Gott an das gedacht, was falsch gelaufen ist und wir haben Gott um Vergebung gebeten.

Beim Gottesdienst im Zauleck-Haus in Wetter habe ich den Bewohnern von Jona erzählt, der auf dem Berg sitzt und auf Gottes Gericht wartet. Und davon, dass Gott die Stadt Ninive nicht vernichtet, als er die Einsicht und die Buße der Menschen sieht. Gott vergibt, auch wenn Menschen sich damit manchmal so schwertun.

Das ist dem Paulus in unserem Predigttext für den heutigen Sonntag wichtig.

Er steht im 1.Korintherbrief im 4. Kapitel; ich lese die Verse 1-5 aus der Basisbibel.

Dafür soll man uns halten: für Diener von Christus und Verwalter von Gottes Geheimnissen.Nun verlangt man ja von Verwaltern, dass sie zuverlässig sind. Aber mir ist es völlig gleichgültig, ob ihr oder ein menschliches Gericht mich beurteilt. Ja, ich beurteile mich nicht einmal selbst. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst. Aber deswegen gelte ich noch nicht als gerecht. Nur der Herr kann über mich urteilen. Urteilt also nicht schon jetzt. Wartet, bis der Herr kommt! Er wird alles ans Licht bringen, was im Dunkeln verborgen liegt, und die geheimsten Absichten enthüllen. Dann wird jeder von Gott gelobt werden, wie er es verdient.

In meine Gedanken zum Predigttext sind die Zeilen des eben gesungenen Liedes eingeflossen.

 

Wir sind im Advent. Die Ankunft Gottes.

“Bereitet dem Herrn den Weg.“ so lautet das biblische Wort für die heute beginnende Woche.

Wir haben gerade gesungen: „Mit Ernst o Menschenkinder das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held...bei allen kehren ein.

Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst…“

Machen wir das? Lassen wir alles, was er hasst? Oder machen wir hoffentlich auch etwas richtig? Wahrscheinlich nicht, deshalb bedenken wir es im Lied mit Ernst.

Paulus sagt im Predigttext: „Dafür soll man uns halten: für Diener von Christus und Verwalter der Geheimnisse Gottes...und wir sollen zuverlässige Verwalter sein“…

Aber, die Entscheidung, ob wir dann wirklich gut verwaltet haben oder eben nicht, diese Beurteilung haben nicht Menschen, sondern allein Gott.

 

Gott den Weg bereiten geht, denke ich, nur, wenn ich mich auch darauf einlassen will.

Im Lied heißt es: „Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht, …und... ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ…“

Auf Gottes Leiten und Begleitung zu vertrauen gehört dazu, wenn ich mich auf Gott einlasse.

Die vierte Strophe des Adventsliedes gibt uns noch eine Bitte mit auf den Weg, wie ich mich vorbereiten kann:

„Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen die allzeit dankbar sein“.

Ich denke das ist wichtig!

Gott möge in mein Herz und in mein Leben kommen und ich will Gott allzeit dankbar sein für mein Leben, nicht nur zu Weihnachten.

Und wenn ich Gott dankbar bin, kann sich auch mein Handeln ändern. Vielleicht bin ich großzügig und gebe anderen Menschen etwas ab von meinem Besitz oder meiner Zeit. Vielleicht bin ich großzügig mit meinem Beurteilen…..

 

Liebe Gemeinde,

Paulus sagt: “Ich bin mir keiner Schuld bewusst und nur Gott kann über mich urteilen.“

Wir sagen vielleicht: „Nach bestem Wissen und Gewissen“….

Und so versuche ich dem Herrn den Weg zu bereiten…..

Ich will mich einlassen in dieses Geschehen. Der große und unbeschreibliche Gott kommt zu uns Menschen als armes kleines verletzliches Kind und leidet am Kreuz für uns. Weil wir Menschen ihm so wichtig sind.

Gott braucht uns Menschen um sein Wort und seine Taten auszubreiten und er erwartet, dass wir sein Licht und seine Barmherzigkeit weitergeben,….. allerdings nicht nur zu Weihnachten!

In zwölf Tagen feiern wir das Weihnachtsfest. In vielen Familien bricht in der letzten Woche Stress aus….ob bei der Planung und Vorbereiten des Weihnachtsessens oder der Einkauf der Geschenke…..oder auch die Sorge um den Weihnachtsfrieden in der Familie.

Wie schön wäre es, wenn mehr vom Weihnachtsfrieden ausstrahlen würde. Von dem Frieden, den uns unser Gott geben will. Der Frieden, der sich nicht durch äußere Dinge und schöne Dekorationen einstellt.

Wenn wir uns auf Gott besinnen, dann bereiten wir ihm den Weg…..

Aber, wir sollten auch nicht darüber urteilen, was Menschen tun, um sich dem Weihnachtsgeschehen zu nähern.

Wahrscheinlich gehören für viele die Dekorationen und Lichter, Weihnachtsmärkte, und Plätzchenduft dazu. Die bunten glitzernden Buden und Weihnachtsbäume erzeugen halt eine gewisse Stimmung, da kann man in einen Sog geraten…..das kann ich nicht abstreiten. Obwohl es in diesem Jahr vernünftig wäre, die Märkte mit vielen Menschen zu meiden, um „Corona“ zu besiegen..

 

Ich persönlich bin eigentlich so ein richtiger „Weihnachtsfan“…..ich liebe Sterne und Engelchen, das Licht von Kerzen und die duftenden Tannenzweige. Diese sinnlichen Dekorationen lassen mich nicht kalt…..im Gegenteil, ich bin dafür sogar sehr, sehr empfänglich.

Aber, ich bin mir bewusst, dass sie mich nicht von dem Eigentlichen ablenken sollen.

Jesus Christus, Gottes großes Geschenk an seine Menschenkinder ist schliesslich der Grund und die Ursache.

Und das sich „darauf Freuen“ kann auch ein Stückchen von dem Weg sein, den ich Gott bereite.

Und das „alle Jahre wieder“…..

Je nach Geschmack, tun wir das mit einem stillen flackernden Kerzenlicht am Tannenzweig oder mit glitzernder Dekoration, ganz wie es beliebt…..

Aber von Herzen uns darüber freuen, das dürfen wir jedes Jahr wieder neu.

Amen!

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen!

Fürbitten

Wir beten:

Gott, du bist gnädig und gut, wir bitten dich als deine Nachfolgerinnen und Nachfolger um Kraft, uns immer wieder neu auf deinen Weg zu machen. Wir bitten dich um Mut, uns den Fragen des Lebens zu stellen. Wir bitten dich um deine Fürsorge, wenn uns der Glaube an deine Gerechtigkeit abhanden kommt.

Wir bitten dich, Gott, für die Kranken und Alten in der Gemeinde.Lass sie Menschen finden, die ihnen Gutes tun.

Wir bitten dich für Menschen, die vereinsamt und zerstritten sind, schenke du Mut zum ersten Schritt.

Wir bitten dich für die Menschen, die sich in ihren Alltagssorgen verzetteln und sich nur noch um sich selber drehen. Gib ihnen Menschen an die Hand, die ihnen Orientierung geben können.

Wir bitten dich für die Menschen,die sich kleinmachen lassen oder sich selber immer gering achten. Gib ihnen Menschen auf den Weg, die sie lieben und achten.

Und alles, was uns persönlich noch auf dem Herzen liegt sagen wir dir mit den Worten, die uns selber gelehrt hast.

Vater Unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gehet hin im Frieden des Herrn. – Gott sei ewiglich Dank.

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir

und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich

und schenke dir Seinen Frieden.

Amen.