19. Sonntag nach Trinitatis - 10. Oktober 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Prädikantin Barbara Terweiden - Lektor: Herbert Terweiden

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.

Mit diesem Wochenspruch begrüße ich Sie am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis.

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Wir beten:

Gott, du bist uns nahe noch bevor wir zu dir kommen. Du bist bei uns, noch bevor wir uns aufmachen zu dir. Siehe deine Gemeinde, die auf dich schaut: Sieh unsere Sehnsucht nach Glück, unseren Willen zum Guten und unser Versagen. Erbarme dich unserer Armut und Leere. Fülle sie mit deinem Leben, mit deinem Glück, mit deiner Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Psalm 32

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!

Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!

Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.

Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.

Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht.

Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.

Darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen.

Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen.

Lesung Jakobus 5, 13-16

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.

Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn.

Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.

Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.


Liebe Gemeinde,


der Predigttext für den heutigen Sonntag ist ein Text aus dem Alten Testament.

Dieser Text trägt die Überschrift: „Hiskia‘s Lied“…..und ich muss etwas von der Vorgeschichte erzählen.

Der König Hiskia lebte 700 Jahre vor Christi Geburt und war König im Reich Juda. Er gilt als einer des besten Könige Judas und regierte insgesamt 29 Jahre.

Hiskia vertraute Gott und versuchte stets nach seinem Willen zu regieren. Der Tempel war ihm sehr wichtig und das Volk...sein Volk. Er lebte mit großen Auseinandersetzungen mit den Assyrern...immer wieder galt es dem Gott Israels zu vertrauen….

Im 2. Buch der Könige und der Chronik im Alten Testament wird viel von seinem Leben erzählt.

Eines Tages wurde Hiskia krank, sehr krank. Der Prophet Jesaja bekam von Gott den Auftrag zu Hiskia zu gehen und ihm Gottes Willen auszurichten.

Das geschah so.

So spricht der Herr“, sagte er zu ihm,„Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben.“

Und die Bibel schreibt weiter:

Da wandte Hiskia sein Gesicht zur Wand und betete zum Herrn und sprach:

Ach Herr, gedenke doch, wie ich vor dir in Treue und ungeteilten Herzens gewandelt bin und getan habe, was dir gefällt.“

Und Hiskia weinte sehr.

Da geschah das Wort des Herrn zu Jesaja:

Geh hin und sage Hiskia, dass ich sein Gebet erhört habe und seine Tränen gesehen habe. Siehe, ich will seinen Tagen noch 15 Jahre zulegen und ihn samt dieser Stadt erretten aus der Hand des Königs von Assyrien“.

Und Hiskia wird tatsächlich wieder gesund und er verfasst ein Danklied, und dieses Lied ist der Predigttext für heute:

Er steht beim Propheten Jesaja im 38. Kapitel, die Verse 9 - 20


In diesem Lied wird in Bildern erzählt:

Drei Beispiele findet Hiskia um zu erklären wie schlecht es ihm ging:

- Meine Hütte ist zusammengebrochen….

- Mein Leben habe ich gewebt...und nun wird der Faden abgeschnitten...

- meine Knochen werden zerbrochen wie von einem Löwen…..

Hiskia fühlt sich am Ende seines Lebens. Aber er resigniert nicht!

Er zwitschert, wie eine Schwalbe….er gurrt, wie eine Taube….

...und er schaut nach oben, zu Gott….

Bitte hilf mir, ich leide Not….

 

Und dann ab Vers 15: ….er hat‘s getan!!

Siehe um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück….

Hiskia weiß, nicht alles ist richtig gelaufen in seinem Leben, aber er weiß sich angenommen und getröstet. Gott rechnet die Sünden nicht zu; er wirft sie hinter sich.

Man hört die Erleichterung und riesengroße Freude und Dankbarkeit.

Der Herr hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause des Herrn!


Liebe Gemeinde,

 

nicht immer erhört Gott alle Gebete so, wie Hiskia es erfahren durfte.

Aber ich weiß, so etwas kann auch heute geschehen. Menschen erleben, dass sie Kraft bekommen, oder ruhig werden, wenn sie Gott in ihr Leben einbeziehen. Und oft werden sie wieder gesund!

Ich selbst neige auch dazu sofort in Panik zu verfallen, da reagiere ich manchmal wie ein „aufgeschrecktes Huhn“.

Jesus hat oft von Gott erzählt, von seinem Vater, der es gut mit seinen Menschenkindern meint.

All eure Sorge werft auf ihn, denn er sogt für euch!“

Wenn ich dieses Wort bewusst in meinen Sinn nehme, dann gelingt es mir oft „wieder aufzuatmen.“

Ich denke auch an unsere Situation mit der Coronapandemie. Wir erleben gerade eine gewisse Entspannung. …..

Ich bin sicher, dass unzählige Menschen Gott um Hilfe angerufen haben! Und ich danke ihm für die Erhörung.

Ich vertraue darauf, dass Gott daran mitgewirkt hat, dass Wissenschaftler einen Impfstoff gefunden haben, der uns vor den Auswirkungen der schlimmen Krankheit bewahren kann.

Ich bin erschüttert über die Menschen, die Corona leugnen und entsetzt über die Menschen, die in jeder Situation kriminelle Energie entwickeln.

Und ….ich bitte Gott um Trost für die Menschen, die einen Angehörigen verloren haben und um Hilfe für diejenigen, die immer noch krank sind.

Ich habe die Lesung der Epistel noch im Ohr:

In den Versen des Jakobusbriefs geht es um das Gebet; im Besonderen dann, wenn jemand krank ist.

Das ist einer von den Texten, die wir lesen bzw. hören können, die uns viel Mut und Kraft geben können.

Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, der Herr wird ihn aufrichten, selbst wenn er sich von Gott entfernt hat. Dazu sagt die Bibel „Sünde“

Jakobus wird es erlebt haben wenn er schreibt: Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.


Liebe Gemeinde,

 

ich denke, wir wissen alle, was Gebete bewirken können! Nicht oft genug können, oder sollten, wir uns daran erinnern.

Die Schlussgedanken des Königs Hiskia möchte ich gern übernehmen:

Der Herr hat mit geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause des Herrn!

Amen!


Und der Friede Gottes, der größer ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus unserem Herrn. Amen!

Fürbitten

Wir beten:

Herr Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde! Du hast uns das Leben gegeben mit allem, was wir dazu brauchen. Dafür danken wir dir und bitten dich bewahre uns vor schlimmen Erfahrungen.

Wir bitten dich für alle Menschen, die im Dienst der Lebenserhaltung stehen, die sich im medizinischen und seelischen Bereich für kranke Menschen einsetzen.

Wir bitten dich für uns alle: lass uns für Leib und Leben dankbar sein und gewissenhaft damit umgehen als deine guten Gaben.

Mach uns deiner Begleitung gewiss, damit wir getrost und hoffnungsvoll leben können heute und alle Tage unseres Lebens.

Vater Unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gehet hin im Frieden des Herrn. – Gott sei ewiglich Dank.

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir

und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich

und schenke dir Seinen Frieden.

Amen.