13. Sonntag nach Trinitatis - 06. September 2020

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Prädikantin Barbara Terweiden - Lektor: Herbert Terweiden

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

 

Mit dem Wochenspruch aus dem Matthäusevangelium begrüße ich Sie am heutigen Sonntag ganz herzlich.

Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Gott, wir brauchen dich in diesen Tagen ganz besonders. Stärke unser Vertrauen und unsere Zuversicht, dass du uns an jedem Tag nahe sein willst. Amen

Der Psalm dieses Sonntages ist der 112. Psalm:

Glücklich ist, wer den Höchsten verehrt und seine Gebote voller Freude befolgt.

Dessen Kinder werden im Land angesehen

sein. Man lobt sie als eine rechtschaffene

Generation.

Wohlstand und Reichtum sind in seinem Haus und seine Gerechtigkeit bleibt für immer bestehen.

Im Dunkeln ist er ein Licht für die

Rechtschaffenen. Gnade, Barmherzigkeit

und Liebe strahlt er aus.

Gut ist der Mensch, der schenkt und verleiht. Bei seinen Geschäften hält er sich an das Recht.

Ja, wenn er sich daran hält, wird er nie

scheitern. Immer wird man daran denken,

wie gerecht er ist.

Böse Gerüchte braucht er nicht zu fürchten. Er bleibt standhaft, er vertraut dem Herrn.

Er zeigt sich unbeugsam, er kennt keine

Angst. Am Ende wird er auf seine Feinde

herabsehen.

Er verteilt Spenden unter den Armen. Seine Gerechtigkeit steht fest für immer.

Sein Ansehen wächst und wird in Ehren

gehalten. Der Frevler sieht es und ärgert

sich.

Er knirscht mit den Zähnen, es nützt ihm nichts. Die Wunschträume der Frevler werden zerplatzen.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

 

Liebe Gemeinde,

vor drei Wochen haben wir hier in einem Familiengottesdienst die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden begrüßt.

Elf junge Leute, die sich in den nächsten Monaten mit dem Glauben beschäftigen wollen. Der Glaube, der jedem Einzelnen geschenkt werden kann, der aber erst in der Gemeinschaft mit anderen Menschen Kraft bekommt. Im Gottesdienst haben wir über die unterschiedlichen Begabungen nachgedacht, und haben gehört, dass in einer Gemeinde jeder Mensch einen Platz hat. So wie ein Haus aus vielen Steinen gebaut wird sind wir als Gemeinde ein Haus mit vielen Menschen, ein Haus aus „lebendigen Steinen“.

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in der Apostelgeschichte im 6.Kapitel, die Verse 1-7. Wir hören aus der Basisbibel.

Lesung Apostelgeschichte 6, 1-7

In dieser Zeit wuchs die Gemeinde stetig. Eines Tages beschwerten sich die Zugezogenen. Sie warfen den Einheimischen vor, ihre Witwen bei der täglichen Speisung zu übergehen. Darauf beriefen die Zwölf eine Versammlung aller Jünger ein und sagten: „So geht das nicht! Wir können doch nicht die Verkündigung vernachlässigen, um selbst an den Tischen das Essen auszuteilen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer aus. Sie sollen einen guten Ruf haben und vom Geist Gottes und von Weisheit erfüllt sein. Ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. Wir dagegen werden uns ganz dem Gebet und der Verkündigung widmen.“ Der Vorschlag fand die Zustimmung der Versammlung. Sie wählten Stephanus, einen Mann mit festem Glauben und erfüllt vom Heiligen Geist. Außerdem Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmensa und Nikolaus aus Antiochia, der früher zum jüdischen Glauben übergetreten war. Diese sieben ließ man vor die Apostel treten. Die beteten für sie und legten ihnen die Hände auf. Das Wort Gottes breitete sich aus, und die Gemeinde in Jerusalem wuchs immer weiter. Sogar von den Priestern nahmen viele den Glauben an.

Fortsetzung der Predigt

Liebe Gemeinde,

Die Apostelgeschichte berichtet von den ersten Gemeinden, die vor fast 2000 Jahren entstanden sind.Viele Menschen lassen sich taufen auf den Namen Jesu und sie spüren eine wohltuende Gemeinschaft. Sie nennen sich Christen und sie sind begeistert. Sie treffen sich nicht nur zum Gebet, sondern versuchen auch gemeinschaftlich ihr Leben zu organisieren.

Aber, trotz der idealistischen Vorstellungen lassen Konflikte nicht lange auf sich warten.

In den ersten Gemeinden entsteht wie Luther übersetzt ein „Murren“ ( ein schönes altes Wort...). Da beschweren sich die Leute, es  werden die hebräischen Witwen, die Einheimischen, besser mit Essen versorgt als die griechischen Witwen, die Zugezogenen.

Eigentlich sollte alles gerecht verteilt werden, aber es scheint nicht zu klappen. Die Apostel, die es als wichtigste Aufgabe ansehen Gottes Wort zu predigen brauchen Unterstützung für andere konkrete Aufgaben. Menschen müssen helfen und Verantwortung übernehmen. So werden sieben Helfer ausgewählt, die ersten Diakone.

Sie sind „lebendigen Steine“ im Haus der Kirche!

Diakone werden auch heute noch ausgebildet und haben einen Platz in den Gemeinden.

Diakonie ist ein Begriff, den wir kennen und verstehen. Das „Diakonische Werk“ eine Institution unserer evangelischen Kirche erfüllt  vielfältige Aufgaben, der Nächstenliebe.

Mitarbeiter kümmern sich um Menschen mit Rat und Tat. Ich denke an Soziale Einrichtungen für Familien, für Arbeitslose, für Flüchtlinge. Die Diakonistation ist für Kranke und pflegebedürftige Menschen da und vieles mehr.

Sowie damals in Jerusalem die Aufgaben verteilt wurden, je nach Begabung, ähnlich wird heute in den Kirchengemeinden gearbeitet.

Sie alle kennen das Presbyterium, das „Leitungsorgan“ unserer Kirche. Wir kennen sie, die Frauen und Männer, die im Gottesdienst sichtbar sind, die aus der Bibel lesen, beim Abendmahl helfen, die das Geld einsammeln.

Aber, die Menschen, die dort mitarbeiten beschäftigen sich auch mit der Verwaltung und den Finanzen. Und auch dort werden Aufgaben verteilt, keiner kann alles. Je nach Talent oder Verständnis werden die Aufgaben verteilt.

Ganz konkret denke ich gerade an mich, seit über 40 Jahren singe ich in den unterschiedlichen Chören und spiele auf  Blockflöten; seit über 20 Jahren mache ich Musik im Posaunenchor. Zur Ehre Gottes und zur Freude der Zuhörer. Die Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.

Corona hat das sehr ausgebremst.

Wie super, dass ich im Gottesdienst mit der nötigen Entfernung singen kann( sozusagen „in Vertretung“ für sie alle singe ich zu Gott).

Seit 10 Jahren darf ich als Prädikantin Gottesdienste feiern, das ist Gott sei Dank wieder möglich. Auch dafür bin ich sehr dankbar.

Sie alle, die Sie gerade zuhören, haben unterschiedlichen Begabungen und Hobbys. Viele von Ihnen setzen sie hier in der Gemeinde ein. Ich denke an alle, die um unser leibliches Wohl bemüht sind, die kochen und backen, Kaffee zubereiten und vieles mehr. Und ich denke an die, die sich Gedanken um die Seele der Mitmenschen machen, die Treffen im Gemeindehaus organisieren, ( Blauer Montag ) die sich um Alleinstehende kümmern, die sie besuchen, Briefe schreiben oder telefonieren.

Unser Wochenspruch erinnert uns daran:

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan…..“ so der Luthertext.

Besser verständlich in der Basisbibel:

„Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt - und wenn sie noch so unbedeutend sind -, das habt ihr für mich getan.“

Liebe Gemeinde,

das scheint mir am Wichtigsten zu sein. Gott möchte, dass wir uns umeinander kümmern. Wir sollen uns nach unseren Kräften dafür einsetzen, dass niemand „auf der Strecke“ bleibt.

Und wir alle werden gebraucht in Gottes Haus. Lasst uns gerne und mit Freude „lebendige Steine“ in seinem Haus sein.

Amen!

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn.

Amen.

Wir beten:

Um ein waches Gewissen, um Vergebung unserer Schuld und ein offenes ruhiges Herz lasst uns bitten: Erbarme dich, Gott.

Um Verständnis für unsere Mitmenschen, um Hilfsbereitschaft und um den Mut, die Wahrheit zu sagen lasst uns bitten: Erbarme dich, Gott.

Um die Fähigkeit, allen Menschen so zu begegnen, dass sie auch durch uns Gottes Liebe erfahren, lasst uns bitten: Erbarme, Gott.

Für unsere Kirche und die ganze Christenheit, dass sie über alles Trennende hinweg eins werde im Glauben und im Tun, lasst uns bitten: Erbarme dich, Gott.

Für unser Volk und alle Völker der Welt, dass sich Gerechtigkeit durchsetze und Friede werde, wo Krieg ist, lasst uns bitten: Erbarme dich, Gott.

Bleibe bei uns, Gott mit deinem Wort und den Gaben deiner Güte.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gehet hin im Frieden des Herrn.

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.

Amen. Amen. Amen.