1. Sonntag n. Epiphanias - 10. Januar 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Pfarrerin Elke Schwerdtfeger - Lektorin: Stefanie Leosz

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Römer 8,14)

Liebe Gemeinde, willkommen zum Gottesdienst am 1. Sonntag nach dem Epiphaniasfest!

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Aus Psalm 89

 Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich

und seine Treue verkünden mit meinem Munde

für und für;

denn ich sage: Auf ewig steht die Gnade fest;

du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.

»Ich habe einen Bund geschlossen

mit meinem Auserwählten,

ich habe David, meinem Knechte, geschworen:

Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben

auf ewig

und deinen Thron bauen für und für.«

Er wird mich nennen: Du bist mein Vater,

mein Gott und der Hort meines Heils.

Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen,

zum Höchsten unter den Königen auf Erden.

Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade,

und mein Bund soll ihm fest bleiben.

Ich will ihm ewiglich Nachkommen geben

und seinen Thron erhalten,

solange der Himmel währt.

Amen. 

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Bruder, Jesus Christus. Amen.

 

Liebe Gemeinde,

jetzt geht, unserem Gefühl nach, die Weihnachtszeit zu Ende.

Am 6. Januar war das Epiphanias-Fest, das Fest der Heiligen drei Könige, wie wir gerne sagen.

Auch sie, die drei Weisen sind an der Krippe angekommen.

Sie haben in diesem Kind den Friedenskönig gesehen,

auf den die Menschen so lange gewartet haben.

Sie haben in diesem Baby Gott entdeckt.

Weihnachten – Gottes großes Geschenk an uns.

 

Nun sind wir nach dem Epiphaniasfest.

Es geht um die Frage:

Wie antworten wir Gott auf sein großes Geschenk?

Der Predigttext steht im Römerbrief im 12. Kapitel.

 

Lesung aus der Basisbibel:

Römer 12,1

Brüder und Schwestern,

bei der Barmherzigkeit Gottes bitte ich euch:

Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung.

Es soll wie ein lebendiges und heiliges Opfer sein,

das ihm gefällt.

Das wäre für euch die vernünftige Art,

Gott zu dienen.

 

Liebe Gemeinde,

Paulus ist nicht kleinlich.

Er möchte, dass wir großzügig

auf Gottes großes Geschenk antworten:

Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung.

Das ist ein großer Anspruch: Unser ganzes Leben!

Genau darum geht es:

Schauen wir auf unser ganzes Leben

und wie wir es vom Glauben her gestalten können!

 

Paulus weiß, dass das nicht so einfach ist.

Deshalb erklärt er es in seinem Brief an die Frauen und Männer der kleinen christlichen Gemeinde in Rom:

 

3Bei der Gnade,

die Gott mir geschenkt hat,

sage ich jedem Einzelnen von euch:

Überschätzt euch nicht

und traut euch nicht mehr zu,

als angemessen ist.

Strebt lieber nach nüchterner Selbsteinschätzung.

Und zwar jeder so,

wie Gott es für ihn bestimmt hat –

und wie es dem Maßstab des Glaubens entspricht.

 

Nüchterne Selbsteinschätzung.

Das gefällt mir, liebe Gemeinde.

Gott erwartet nichts Großartiges von uns.

Wir sollen keine Superhelden oder Heilige sein.

Es geht um einen nüchternen Blick auf mich selber:

Was kann ich gut?

Wo sind meine Grenzen?

Welche Verpflichtungen habe ich,

zum Beispiel meinen Kindern oder Eltern gegenüber?

Oder durch meinen Beruf?

Das alles gehört zur nüchternen Selbsteinschätzung dazu.

 

Und dann kommt die Frage:

Wie kann ich bei all dem meinen Glauben leben?

Wie und wo kann ich mich in die Gemeinde einbringen?

Und auch bei dieser Frage gefällt mir sehr,

wie Paulus das Ganze sieht:

 

4Es ist wie bei unserem Körper:

Der eine Leib besteht aus vielen Körperteilen,

aber nicht alle Teile haben dieselbe Aufgabe.

5Genauso bilden wir vielen Menschen,

die zu Christus gehören,

miteinander einen Leib.

Aber einzeln betrachtet

sind wir wie unterschiedliche

und doch zusammengehörende Körperteile.

 

6Wir haben verschiedene Gaben,

je nachdem,

was Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat:

Wenn jemand die Gabe hat, als Prophet zu reden,

soll er das in Übereinstimmung mit dem Glauben tun.

7Wenn jemand die Gabe hat, der Gemeinde zu dienen,

soll er ihr diesen Dienst leisten.

Wenn jemand die Gabe hat zu lehren,

soll er als Lehrer wirken.

8Wenn jemand die Gabe hat zu ermutigen,

soll er Mut machen.

Wer etwas gibt,

soll das ohne Hintergedanken tun.

Wer für die Gemeinde sorgt,

soll sich voll für sie einsetzen.

Wer sich um die Notleidenden kümmert,

soll Freude daran haben.

 

Was kann jede, jeder einzelne von uns gut?

Das sollen wir in die Gemeinde einbringen.

 

Unser Körper besteht aus dem Magen und den Beinen,

den Händen und der Nase, den Nerven und den Knochen.

Ein Kunstwerk, das Erstaunliches kann,

ist unser Körper durch diese Vielfalt.

 

Solch ein wunderbares Gefüge

sind wir als Gemeinde auch,

ermutigt uns Paulus.

 

Wie gut, dass es Menschen gibt mit viel Geduld,

die seit Monaten regelmäßig andere anrufen

und ihnen zuhören!

Das hilft gegen Einsamkeit.

 

Andere haben Zeit und können sich gut bewegen:

Wie schön, dass sie für uns als Gemeinde durch die Straßen gehen und Briefe verteilen!

 

Wir haben die, die mit Computer und anderer Technik umgehen können. Sie machen aus dem, was wir sprechen einen Film mit Bildern, Ton und Musik.

Welche Bereicherung für unser Gemeindeleben!

 

Wir haben die, die Zeit haben und für andere und das Ganze der Gemeinde beten.

Danke dafür!

 

Wir haben Menschen, die gut organisieren können,

andere, die einen Überblick über die Finanzen der Gemeinde haben.

Wieder andere können gut kochen.

Dadurch kann es das Café Paula geben. 

Andere geben gern von ihrem Geld etwas ab. Wie gut.

Danke! Danke! Danke!

 

Ich finde es wichtig, dass wir versuchen für jede,

die Interesse an der Gemeinde hat,

die richtige Aufgabe zu finden.

Das jeder, der mal hineinschnuppern möchte,

freudig begrüßt wird.

Vielleicht gelingt es uns miteinander,

diesen Leib Gemeinde weiter wachsen zu lassen.

 

Es gibt ein Lied, das dieses schön zum Ausdruck bringt:

„Gut, dass wir einander haben,

gut, dass wir einander sehn.

Sorgen, Freuden, Kräfte teilen

Und auf einem Wege gehn.

Gut, dass wir nicht uns nur haben,

dass der Kreis sich niemals schließt

und dass Gott, von dem wir reden,

hier in unsrer Mitte ist.“

 

Es geht darum, gemeinsam unseren Glauben zu leben:

Gott zu dienen, wie Paulus sagt.

Dazu gehört, für die Menschen da zu sein,

die Gott uns anvertraut hat.

Es ist unser „Danke“ an Gott

für sein großes Weihnachts-Geschenk an uns.

Machen Sie mit!

Amen.

 

Und der Friede Gottes, der größer ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus unserem Bruder. Amen.

Fürbitten

Gott, wir danken Dir,

dass du aus uns allen eine Gemeinde machst.

Wir sind so verschieden:

Du verbindest uns miteinander!

Wir kennen Neid und Spannungen.

Du bringst uns zusammen.

 

Hilf, dass wir andere einladen.

Mach, dass uns Veränderungen und neue Ideen,

die sie einbringen, nicht ängstigen.

Lass uns lebendig sein.

 

Wir bitten dich für alle,

die sich als Teil unserer Gemeinde sehen:

Segne und behüte sie.

 

Wir bitten dich für alle,

die sich bei uns nicht zuhause fühlen:

Gib ihnen in einer anderen Gemeinde Heimat.

 

Wir bitten dich für alle,

die sich von der Kirche abgewandt haben:

Sie du weiter für sie da.

 

Wir bitten dich für deine Kirche weltweit:

Lass uns dankbar und nüchtern die Welt mitgestalten:

Gerechtigkeit und Frieden fördern

und deine Schöpfung bewahren.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden. Amen.