1. Advent - 28. November 2021

Gottesdienst aus der Pauluskirche mit Pfarrer Martin Schwerdtfeger - Lektorin: Stefanie Leosz

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9,9a)

Mit dieser Verheißung beginnt für uns der Advent. Gott schickt seinen Sohn. Er kommt uns zu Hilfe.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst am 1. Advent!

 

Eröffnung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 24

Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist,

der Erdkreis und die darauf wohnen.

Denn er hat ihn über den Meeren gegründet

und über den Wassern bereitet.

Wer darf auf des Herrn Berg gehen,

und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?

Wer unschuldige Hände hat

und reinen Herzens ist,

wer nicht bedacht ist auf Lüge

und nicht schwört zum Trug:

der wird den Segen vom Herrn empfangen

und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.

Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt,

das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr, stark und mächtig,

der Herr, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr Zebaoth;

er ist der König der Ehre.

Lesung Matthäus 21, 1-11

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen.

Das geschah aber, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.«

Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der? Das Volk aber sprach: Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.

Predigt

Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Jeremia 23,5-8

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: »Der Herr ist unsere Gerechtigkeit«.

Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, dass man nicht mehr sagen wird: »So wahr der Herr lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!«, sondern: »So wahr der Herr lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel heraufgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.« Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.

Liebe Gemeinde,

große Hoffnung setzen die Menschen auf Jesus, als er in Jerusalem einzieht. Er soll dieser neue König sein, der gut regiert und Gerechtigkeit übt. So wie man sich an König David erinnert. Dann wird es dem Land gut gehen nach vielen Enttäuschungen und die Menschen werden Gott loben: „Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.“

Lange baute das Gottvertrauen auf die Erinnerung an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. In Zukunft wird man sagen: Gott hat sein Volk heraufgeführt aus dem babylonischen Exil. Das Volk Israel darf im eigenen Land wohnen.

Eine neue gute Regierung soll es in ein paar Tagen auch in unserem Land geben. Sie wird mit großen Erwartungen starten. Bringt sie uns heil durch den Winter, während uns die Pandemie nach zwei Jahren immer noch bedroht? Wird sie mutige Schritte tun, um den Klimawandel zu bremsen? Und dabei einen sozialen Ausgleich schaffen, damit die Ärmeren nicht überfordert werden? Wird sie Europa zusammenhalten können, ohne dass Menschen an den Grenzen ertrinken, erfrieren oder verhungern?

Die Regierung allein wird es nicht schaffen. Die Staaten müssen zusammenwirken – zu groß sind die Herausforderungen für ein einzelnes Land – und die Regierten müssen mitmachen.

Der nächste Kanzler wird kein Messias sein. Er wird um Vertrauen werben müssen und soll Entscheidungen treffen, die die Menschen verstehen. Er wird guten Rat brauchen – durch Wissenschaftler und Expertinnen – und wird darauf angewiesen sein, dass sich Menschen engagieren – für klimafreundliche Lösungen, für eine gute Bildung von Kindern und Jugendlichen, für die Integration von Zugewanderten und für einen respektvollen Umgang der Menschen untereinander.

Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, in den Krankenhäusern, in den Schulen, in der Verwaltung und in der Wirtschaft. Wir müssen die Versprechen gegenüber den ärmeren Ländern einhalten, müssen Flüchtlinge und jüdische Mitbürger*innen schützen und das Asylrecht ernstnehmen.

Gerechtigkeit braucht es nicht nur in der Justiz und der Sozialpolitik. Wir brauchen auch gerechte Steuern, eine gerechte Klimapolitik, gerechten Handel und eine gerechte Verteilung von Impfstoffen.

Unser Wochenspruch vom Propheten Sacharja heißt: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Der Advent erinnert uns daran, dass Gott nicht unbeteiligt zuschaut. Gott ist barmherzig, er hat ein Herz für die Menschen und für seine Schöpfung und er schickt uns seinen Sohn, der Stummen Sprache gibt, der Gelähmten Behinderungen aus dem Weg räumt und Verzweifelten Mut zuspricht. Jesus Christus widerspricht dem Hass und der Gewalt. Er lädt die Hungrigen zum Essen ein und tröstet die Traurigen. Er sagt zu uns: „Gott ist ganz nah. Deshalb könnt ihr neue Wege gehen.“

Deshalb lassen Sie uns um Vertrauen beten, um Menschlichkeit und Zuversicht.

Wie lange? In einem Lied der Friedensdekade heißt es:

Wie lange werden wir singen? Wie lange werden wir beten? Wie lange werden wir reden, wie lange Anstöße geben? Wie lange dauert es, bis wir das Richtige tun? Bis alle satt sind, bis alle auf Erden Brot haben.

Bis alle auf dieser Erde leben können. So lange haben wir zu tun. Amen.

Fürbitten

Wir beten:

Du Friedenskönig, Jesus Christus,

die ganze Welt wartet:

auf das Ende der Pandemie,

auf das Schweigen der Waffen,

auf die Versöhnung der Verfeindeten,

auf die Gerechtigkeit für die Verachteten,

auf die Großzügigkeit der Glücklichen,

auf die Heilung der Wunden,

auf das Versiegen der Tränen,

auf das Ende des Sterbens,

auf Trost,

auf Liebe,

auf Frieden.

Die ganze Welt wartet auf dich.



Komm, du Friedenskönig, Jesus Christus.

Komm, damit die Kranken aufatmen.

Komm, damit die Mächtigen weise werden.

Komm, damit die Brückenbauerinnen Erfolg haben.

Komm, damit die Obdachlosen Schutz finden.

Komm, damit die Armen satt werden.

Komm, damit die tödliche Gewalt aufhört.

Komm, damit unsere Kinder dem Leben trauen.

Komm, damit wir wieder singen.



Du wirst unsere Tränen in Tanzen verwandeln,

du sprichst: Friede sei mit euch.

Du bringst Heil und Leben.

Du Friedenskönig, Jesus Christus,

die ganze Welt wartet.

Komm.

Amen.

Vater Unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gehet hin im Frieden des Herrn. – Gott sei ewiglich Dank.

Gott segne dich und behüte dich!

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir

und sei dir gnädig.

Gott hebe sein Angesicht auf dich

und schenke dir Seinen Frieden.

Amen.