Impressionen von der Begegnung mit der Partnerkirche GKPS 2017

Erstellt am 17.03.2017

Guter Start in Indonesien

Das Essen ist köstlich, berichtet Elke Schwerdtfeger.

17. März 2017

Die Indonesien-Reisegruppe aus dem Ev. Kirchenkreis Hagen ist inzwischen gut angekommen. Gelandet sind Verena Schmidt, Elke Schwerdtfeger, Hans-Peter Schlien, Friedrich-Wilhelm Kruse, Kerstin Zuber und Elke Mellinghaus bei 26 Grad und Regen. Erste Bilder vom anderen Ende der Welt zeigen: die Sonne ist da, und es geht allen gut.

Was sind die ersten Eindrücke der Reisenden? Es ist tropisch, Elke Schwertfeger schreibt: "Mein Thermometer zeigt 32 Grad." Und warm und herzlich sei auch der Empfang gewesen. Das Essen sei köstlich. Und eine Geburtstagsfeier gab es auch schon. Und Kerstin Zuber ist froh, dass sie beim Linksverkehr und rasantem Fahrstil aller nicht selbst am Steuer sitzt.

Auf dem Programm stehen in den kommenden Tagen unter anderem eine Rundfahrt durch Medan, Besichtigungen von Kautschuk- und Palmöl-Plantagen und ein Gottesdienst, bei dem Verena Schmidt und Elke Schwerdtfeger predigen werden.

Eine Reise voller Eindrücke

Die Reisegruppe besucht das Kinderheim BKM.

23. März 2017

Die Reisegruppe aus dem Ev. Kirchenkreis Hagen ist inzwischen seit gut einer Woche in Indonesien unterwegs. Die Tage sind gut gefüllt und bestimmt von vielen Eindrücke und vor allem ganz besonderen Begegnungen. Pfarrerin Elke Schwerdtfeger teilt ihre Erfahrungen in einem Chatroom. Der Versuch eine Zusammenfassung...:

Bereits in den ersten zweiten Tagen hat die Gruppe um die Pfarrerin der Paulusgemeinde in Hagen-Wehringhausen Gotteshäuser von vier Weltreligionen gesehen: eine Kirche, eine Moschee, einen buddhistischen und einen hinduistischen Tempel. Außerdem auf dem Programm: der Besuch des Kinderheims BKM, des PKR, eine Ausbildungsstätte für arbeitslose Jugendliche, eines Puskesmas - ein Gesundheitsstation - sowie einer Einrichtung, in der Menschen mit verschiedenen Behinderungen operiert und therapiert werden und von Franziskanerinnen geführt wird.

Die Besichtigung der Müllkippe vom Siantar hat einen besonders deutlichen Eindruck hinterlassen: "Es ist erschreckend, dass so viele Menschen den ganzen Tag umgeben von Müll arbeiten." In einer Palmölfabrik macht die Gruppe die Erfahrung, dass weltweite Klimaveränderungen für die Menschen weit weg sind. Die Menschen sagen: "Das Palmöl bringt uns etwas Wohlstand. Wenn wir es nicht anbauen, haben andere Menschen den Verdienst." Die Fabrik hat vergleichsweise hohe Sozialstandards - Krankenversicherung, Schulen, Wohnungen und Rente.

In den befreundeten Gemeinden feiert die Delegation aus Hagen natürlich auch Gottesdienst. So zum Beispiel einen Kindergottesdienst mit mehr als 150 Kindern. "Sehr beeindruckend", sagt Elke Schwerdtfeger, die sich vor allem freut, wenn sie Jugendliche wiedertrifft, die auch schon im Kirchenkreis Hagen gewesen sind. "Es ist für mich sehr schön, zu erfahren, welche Impulse sie für sich aus dieser Zeit mitgenommen haben."

Natürlich gehört auch das Essen in Restaurants an der Straße oder ein Bummel durch die Geschäfte zu dieser Reise, um so viel wie möglich von diesem Land und den Menschen zu erfahren und zu verstehen. Und so übernachtet die Reisegruppe aus dem Kirchenkreis auch nicht nur in Hotels oder Gästehäusern, sondern auch schon mal auf auf dem Boden in einem Wohnhaus. "Zu fünft in einem Zimmer auf dem Boden - gut, dass wir eine Physiotherapeutin dabei haben", scherzt Kerstin Zuber, die Küsterin der Paulusgemeinde. Am nächsten Morgen gibt Elke Schwerdtfeger Entwarnung: "Gut geschlafen, und alle Knochen sind im richtigen Platz."

 

Die Stimmung ist ausgezeichnet

Geschenke zum Abschied

Der Tobasee - Was für ein Anblick!

29. März 2017

Die Reisegruppe aus dem Ev. Kirchenkreis Hagen ist inzwischen seit mehr als zwei Wochen in Indonesien unterwegs. Die Tage sind gut gefüllt und bestimmt von vielen verschiedenen Eindrücken. Pfarrerin Elke Schwerdtfeger teilt ihre Erfahrungen in einem Chatroom. Der Versuch einer weiteren Zusammenfassung...:

Die persönlichen Begegnungen sind es, die diese Reise neben den vielen Eindrücken und Landschaften so besonders machen. Die Gruppe aus dem Evangelischen Kirchenkreis Hagen hat bei einer Simalungun-Familie zuhause übernachtet und beim Frühstück die beeindruckende Gemeinschaft der Menschen erfahren: "Wir waren mehr als 20 Menschen, alt und jung, und haben als Zeichend er Wertschätzung jeder ein handgearbeitetes Säckchen mit Rotem Reis vom eigenen Feld und einem Stück Palmzucker überreicht bekommen", schreibt Elke Schwerdtfeger.

Mit den Autos ging es dann Richtung Tobasee, der von einer Bergkette umrahmt wird. Unterwegs begegnete unserer Delegation einer buddhistisch-chinesischen Familie aus Jakarta, die sich gerade an einer Stinkfrucht stärkte. Und auch die Reisegruppe aus Deutschland kostete davon.

Die Fähre brachte die Elke Schwerdtfeger und ihre Begleiter über den Tobasee zu ihren Hotel: "Wir wohnen in einem Häuschen, das im alten Batakstil gebaut ist. Die Eingangstür ist so niedrig, dass wir uns bücken müssen." Hier ist Zeit zum Durchatmen. Bei einem langen Spaziergang oder bei einer Pause am See: "Über den Bergen am gegenüberliegenden Ufer ist Wetterleuchten am dunklen Nachthimmel - ein Tag zum Entspannen."

Auch der Besuch verschiedener Museen stand in den vergangenen Tagen auf dem Programm: "Wir haben uns intensiv mit der Kultur und der Geschichte der Batakvölker beschäftigt." Ein Gewitter störte später das nachmittägliche Bad im Tobasee.

Da Superintendentin Verena Schmidt früher in Richtung Heimat abreist, nutzte die Gruppe den letzten gemeinsamen Abend, um die gemeinsame Zeit zu betrachten und zu bewerten. Ein Fazit steht schon fest "Die Stimmung in unserer Gruppe ist ausgezeichnet. Niemand hat gesundheitliche Probleme. Gott sei Dank!"

Ich fühle mich reich beschenkt

Die erste Kirche der GKPS in Samosir

Gebackene Bananen - lecker!

31. März 2017

Aus der Reisegruppe des Ev. Kirchenkreises Hagen, die inzwischen seit mehr als zwei Wochen in Indonesien unterwegs ist, ist Superintendentin Verena Schmidt bereits nach Deutschland zurück gekehrt und wieder gut in Hagen angekommen. Der Abschied ist allen schwer gefallen. Viele gute Wünsche haben Verena Schmidts Rückreise in die Heimat begleitet.

In Indonesien steht für den Rest der Gruppe noch viel auf dem Programm. Pfarrerin Elke Schwerdtfeger teilt ihre Erfahrungen in einem Chatroom. Der Versuch einer weiteren Zusammenfassung...:

Die Reisegruppe hat die erste GKPS-Kirche auf Samosir besichtigt. Sie ist nicht nur für die 15 GKPS Familien gedacht, die in der Umgebung leben, sondern soll auch Treffpunkt sein für alle Simalungun, die auf Samosir Urlaub machen. Dieses Konzept hat Krosbin Saragih entwickelt. Er war von Juni 2013 bis Dezember 2016 in dem Resort Pfarrer, zu dem auch Samosir gehört. Daher wurde auch ein Komitee gebildet, zu dem Menschen aus verschiedenen Städten gehören. Und es wurden Spenden in der ganzen GKPS für den Kirchbau gesammelt. Vielleicht werden noch Gästezimmer gebaut.

In Tomok war die Delegation aus dem Kirchenkreis wieder auf den Spuren der alten Batak-Kultur unterwegs. "Es gibt hier wirklich viele alte Häuser und Orte. Seit dem letzten Jahr ist vieles gut aufbereitet worden. Indonesiens Präsident möchte, dass Samosir ein Touristisches Zentrum wird. Das merken wir an vielen Stellen", schreibt Elke Schwerdtfeger.

Bei einem vollen Tagesplan müssen auch Pausen sein. Elke Schwerdtfeger beschreibt ihre Eindrücke: "Wir sind eine Küstenstraße nach Norden gefahren. In vielen Serpentinen kamen wir bis auf eine Hochebene. Unterwegs hatten wir wunderbare Ausblicke auf den See und die gegenüber liegende Bergkette. Unter einem Wasserfall war ein vorchristlicher Altar, auf dem den Geistern Opfer gebracht worden sind. Wir haben schwarze Schweine, Ziegen, viele Wasserbüffel, Hunde und noch mehr Hühner gesehen. Irgendwo am Hang liegen plötzlich einige Häuser und bilden ein Dorf. Wie leben die Menschen dort wohl? Auf der Hochebene wuchsen Eukalyptusbäume, Kiefern und mir fremde Bäume. Dazwischen zahlreiche Tümpel, Moore und kleine Seen. Kalt war es, nur 19 C. Eine ganz andere Landschaft, als die, die ich bisher kannte."

Mit allen Sinnen erleben die Reisenden einen Besuch auf dem Markt in Pangururan: " Ananasfrüchte liegen in Haufen auf dem Boden und verströmen ihren Duft. Orange-grüne Mandarinen sind zu kunstvollen Pyramiden gestapelt. Tomaten liegen neben Blumenkohlköpfen, roter Beete und Bündeln von Möhren. Durian mit dicker, stacheliger Schale verströmt ihren Gestank neben grünen Mangos. Wenige Schritte weiter stehen große Körbe mit Millionen getrockneter Fische in verschiedenen Größen. Auch sie duften. Dann wird Tabak angeboten: Fein geschnitten in verschiedenen Brauntönen. Gleich daneben liegen grüne Seringblätter. Etliche Frauen machen sich aus den Blättern und weiteren Zutaten kleine Päckchen, die sie kauen. In Verbindung mit Tabak färben sich Speichel und Zähne rot. Ein erstaunlicher Anblick, wenn mich die freundlichen Frauen anlachen!

Einen Gang weiter versuchen schwarze oder goldene Fische aus den engen Wasserbecken zu springen, in denen sie auf Käuferinnen warten sollen. Lebende Hähne und Hühner werden mir lachend und stolz entgegen gestreckt: "Kauf doch!" Berge von Secondhand-Kleidungsstücken quellen aus großen Ballen, die direkt aus Europa importiert wurden. So billig sind sie, dass es die Händlerinnen mit neuen Textilien schwer haben, Kundinnen zu finden. Schuhe, Waschmittel, Werkzeuge, Kinderspielzeuge, Gewürze  Säcke mit Reis - fast alles gibt es auf diesem Markt. Ein unangenehmer Geruch steigt mir in die Nase: In einer Ecke flämmt ein Mann einem frisch geschlachteten Schwein die Borsten ab. Gleich wird es zerlegt und zum Verkauf angeboten.

Zwischen all dem sitzen Händlerinnen mit kunstvoll gefalteten Tüchern auf den Köpfen. Manche haben ein Baby im Tragetuch. In den Gängen drängen sich Frauen, die einkaufen wollen. Manche tragen große Körbe oder Säcke auf dem Kopf. Dazwischen schieben Männer Karren oder schlängeln sich mit einem Moped hindurch. Auf dem Markt in Pangururan herrscht ein unüberschaubares Gewusel. Ich genieße es, das anzusehen. Aber wir nehmen uns auch viel Zeit, die katholische Kirche St. Michael anzusehen. Sie ist gebaut wie ein großes, traditionelles Batakhaus mit einem riesigen geschwungenen Dach. Im Erdgeschoss, ursprünglich der Vorratsraum, ist ein sehr gepflegtes Museum über die Batakkultur eingerichtet. Der Priester zeigt es uns mit etwas Stolz und großer Geduld.  Der Gottesdienstraum ist auf der nächsten Ebene. Er ist in den traditionellen Farben Schwarz, Weiß und Rot gestaltet. Christus ist ein Batak. Der Blick ist frei bis zum Dachfirst. In diesem großen Raum lebten nach der alten Vorstellung die Geister der Ahnen. Dieses Gebäude ist erfüllt von Gottes Heiligem Geist."

"Ich fühle mich reicht beschenkt", resümiert Elke Schwertfeger am Ende dieses Tages.